Redaktionelle Standards
So arbeiten wir
Unsere Regeln für Recherche, Einordnung, Veröffentlichung und Korrekturen.
Methodik
Redaktionelle Grundsätze
politfacts soll nachvollziehbar zeigen, was sich belegen lässt, was unsicher ist und wo eine Bewertung beginnt.
- Tatsachen, Einordnung und Meinung werden voneinander getrennt.
- Primärquellen und Originaldaten haben Vorrang, sofern sie verfügbar und aussagekräftig sind.
- Unsicherheiten, Datenlücken und methodische Grenzen werden kenntlich gemacht.
- Eigene Berechnungen und Modelle werden als solche ausgewiesen.
- Für jeden veröffentlichten Inhalt trägt ein Mensch die redaktionelle Verantwortung.
Methodik
Recherche und Quellenprüfung
Die Eignung einer Quelle hängt von Herkunft, Aktualität, Methodik, Nachvollziehbarkeit und Kontext ab – nicht davon, ob sie eine erwartete Aussage bestätigt.
Amtliche Daten, Gesetze, Parlamentsdokumente und Behördeninformationen
Wissenschaftliche Veröffentlichungen, Originalstudien und Datensätze
Originaldokumente und Aussagen der jeweils Beteiligten
Journalistische Recherchen und andere nachvollziehbare Sekundärquellen
Wo möglich, gehen wir auf die Originalquelle zurück. Aussagen werden mit weiteren Quellen und dem maßgeblichen zeitlichen oder sachlichen Kontext abgeglichen. Bei widersprüchlichen Angaben machen wir den Widerspruch sichtbar.
Fehlende Daten ersetzen wir nicht durch Spekulation. Quellen stehen am Beitrag oder unmittelbar an der zugehörigen Darstellung. Eigenquellen, Behördenbewertungen und Einschätzungen Dritter werden als solche bezeichnet.
Methodik
Formate und Kennzeichnungen
Unterschiedliche Darstellungsformen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Kennzeichnung macht deutlich, ob ein Beitrag prüft, analysiert, prognostiziert oder kommentiert.
- Faktencheck
- Prüft konkrete Tatsachenbehauptungen. Das Ergebnis kann belegt, teilweise belegt oder verkürzt, nicht belegt, falsch oder offen sein. Maßgeblich ist die Begründung, nicht die Farbe einer Kennzeichnung.
- Analyse
- Führt Daten und Quellen zusammen, vergleicht Entwicklungen und ordnet Zusammenhänge ein. Gesicherte Tatsachen und Interpretation bleiben getrennt.
- Realitätscheck
- Prüft politische Ankündigungen, Programme und Versprechen auf ihre rechtlichen, finanziellen und praktischen Voraussetzungen.
- Prognose
- Beschreibt einen möglichen künftigen Verlauf auf Grundlage verfügbarer Daten und offengelegter Annahmen. Eine Prognose ist keine Tatsachenfeststellung.
- Investigative Recherche oder Dossier
- Dokumentiert umfangreichere Recherchen zu Personen, Organisationen oder Entwicklungen. Vorwürfe, Bewertungen Dritter und gesicherte Tatsachen werden klar unterschieden.
- Kommentar
- Enthält journalistische Meinung und ist ausdrücklich als Kommentar gekennzeichnet. Die zugrunde liegenden Tatsachen müssen überprüfbar sein.
Methodik
Daten, Modelle und Grafiken
Zahlen können präzise wirken und dennoch unsicher sein. Deshalb trennen wir beobachtete Daten von Umfragen, eigenen Berechnungen und Simulationen.
FAKT
Beobachtete oder veröffentlichte Daten
UMFRAGE
Ergebnis einer Befragung
MODELL
Eigene statistische Berechnung
SIMULATION
Möglicher Ausgang innerhalb einer Modellrechnung
Bei eigenen Modellen nennen wir Datenquellen und wesentliche Annahmen. Unsicherheiten werden dargestellt; Modellwerte erscheinen nicht als beobachtete Fakten. Wir vermeiden Scheingenauigkeit und aktualisieren Modelle, wenn neue Daten oder methodische Erkenntnisse dies erfordern.
Grafiken weisen Bezugsgrößen, Einheiten und Vergleichszeiträume aus. Auswahl und Darstellung sollen Zusammenhänge verständlich machen, ohne sie zu verzerren.
Methodik
Einsatz künstlicher Intelligenz
Künstliche Intelligenz ist ein Hilfsmittel im redaktionellen Prozess. Sie ist weder Redaktion noch Entscheidungsinstanz.
Für redaktionelle Arbeiten nutzen wir eine lokal betriebene, quellenbasierte KI in eigener Infrastruktur. Redaktionelle Anfragen, Dokumente und Daten werden dabei nicht an öffentliche KI-Dienste wie ChatGPT oder Google Gemini übermittelt.
Die Wissensgrundlage umfasst unter anderem Studien, amtliche Statistiken, Gesetze, Parlamentsdokumente und Wahlprogramme. Für KI-gestützte Arbeitsschritte gelten dieselben Quellenregeln wie für alle anderen Recherchen.
- Dokumente und Datensätze strukturieren und durchsuchen
- Berechnungen und Datenvisualisierungen vorbereiten
- Konsistenz, Plausibilität und mögliche Fehler prüfen
- Technische und redaktionelle Arbeitsabläufe unterstützen
Keine vollautomatische Veröffentlichung
Themenwahl, Fragestellung, Interpretation, Stil und Veröffentlichung werden von Menschen entschieden. Automatisierte Prüfungen ergänzen die redaktionelle Kontrolle; sie ersetzen sie nicht. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung substanziell durch einen verantwortlichen Redakteur geprüft.
Realistisch wirkende KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder realer Personen, Orte oder Ereignisse kennzeichnen wir, wenn sie als authentische journalistische Dokumentation missverstanden werden könnten.
Methodik
Prüfung und Korrekturen
Sorgfalt endet nicht mit der Veröffentlichung. Beiträge werden geprüft, bei Bedarf aktualisiert und bei sachlichen Fehlern korrigiert.
- 01RechercheQuellen und Originaldokumente werden gesammelt, auf Relevanz geprüft und in ihren Kontext eingeordnet.
- 02AnalyseZahlen, Aussagen und Schlussfolgerungen werden abgeglichen. Widersprüche und verbleibende Unsicherheiten werden benannt.
- 03Redaktionelle PrüfungTatsachenbehauptungen, Quellen, Berechnungen, Grafiken und Einordnungen werden vor der Veröffentlichung substanziell durch einen Menschen geprüft.
- 04Aktualisierung und KorrekturRelevante Aktualisierungen werden am Beitrag kenntlich gemacht. Sachliche Fehler werden geprüft und transparent korrigiert, unabhängig davon, wem die Korrektur politisch nützt oder schadet.
Hinweise auf mögliche sachliche Fehler nehmen wir unter kontakt@politfacts.de entgegen. Unsere journalistische Arbeit orientiert sich am Pressekodex des Deutschen Presserats.
Pressekodex