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    Themen

    Kriminalität & Innere Sicherheit

    Kriminalitätsentwicklung, Polizeiliche Kriminalstatistik, Gewaltkriminalität und Sicherheitsfragen – mit Daten, Einordnung und Kontext.

    GewaltkriminalitätFaktencheck

    Messerangriffe in Deutschland

    Im Berichtsjahr 2025 wurde in der PKS zu insgesamt 29.243 Straftaten ein „Messerangriff“ erfasst – ein leichter Anstieg gegenüber 2024 (+0,8 Prozent, 2024: 29.014). 50,6 Prozent dieser Fälle entfielen auf Gewaltkriminalität, 47,0 Prozent auf Bedrohung und 2,4 Prozent auf sonstige Straftaten. Innerhalb der Gewaltkriminalität ging die Zahl der Messerangriffe zurück: 14.787 Fälle, das sind 6,1 Prozent weniger als 2024 (15.741). Der Anteil der Messerangriffe an allen Fällen der Gewaltkriminalität blieb nahezu gleich und liegt bei 7,0 Prozent (-0,2 Prozentpunkte). Als Messerangriff gilt nur, wenn ein Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird; das bloße Mitführen reicht nicht aus.

    Opfer von StraftatenFaktencheck

    Werden Menschen mit Migrationshintergrund häufiger Opfer von Straftaten?

    SKiD 2024 findet bei Gewalt- und Sexualdelikten nur vereinzelt Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Wo Unterschiede statistisch signifikant sind, weisen sie auf eine geringere Betroffenheit der Gruppe mit Migrationshintergrund hin – etwa bei Menschen mit polnischem Migrationshintergrund bei verbaler Gewalt im Internet (3,9 % gegenüber 5,9 %) und bei Menschen aus den betrachteten Flucht- und Krisenländern (Afghanistan, Irak, Syrien, Eritrea). Auch bei Partnerschaftsgewalt sind Frauen aus diesen Flucht- und Krisenländern signifikant seltener betroffen als Frauen ohne Migrationshintergrund (0,4 % gegenüber 1,9 %). Höhere Werte einzelner Gruppen – etwa die mehr als doppelt so hohe Körperverletzungsrate bei türkischem Migrationshintergrund (5,4 % gegenüber 2,3 %) – sind laut Bericht statistisch nicht signifikant; Körperverletzung ist ein seltenes Delikt, für sichere Aussagen wären größere Stichproben nötig. Eine pauschale Antwort lässt SKiD 2024 daher nicht zu: Für die meisten Vergleiche kann der Bericht keinen abgesicherten Unterschied nachweisen.

    KriminologieFaktencheck

    Welche Faktoren beeinflussen Kriminalität?

    Nach dem Bericht wirken bei registrierter Kriminalität immer mehrere Faktoren gleichzeitig: Alter, Geschlecht, soziale und wirtschaftliche Lage, Bildungs- und Erwerbssituation, Aufenthaltsdauer und rechtliche Unsicherheit, Wohnsituation und regionale Konzentration, Gewalterfahrungen und psychische Belastungen, Tatgelegenheiten und Alltagsmobilität, Anzeigeverhalten, polizeiliche Kontrollintensität, Deliktsstruktur, Aufklärungswahrscheinlichkeit und Mehrfachtatverdächtigkeit. Der PKS-Bericht selbst nennt fünf allgemeine Einflussgrößen auf die registrierten Zahlen: Anzeigeverhalten, polizeiliche Kontrollintensität, Änderungen der statistischen Erfassung, Änderungen des Strafrechts und echte Kriminalitätsänderungen. Mit Zahlen belegbar sind vor allem Alter und Geschlecht: Junge Männer weisen in allen Staatsangehörigkeitsgruppen die höchsten Belastungswerte auf – die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) lag 2025 bei Jugendlichen bei 4.299 (deutsch) beziehungsweise 9.946 (nichtdeutsch), bei Erwachsenen ab 21 Jahren bei 1.648 und 4.465. Wie groß der Beitrag jedes einzelnen Faktors ist, kann der Bericht nicht bestimmen. Die PKS enthält keine kontrollierte Vergleichsgruppe und kein Modell, das den Einfluss einzelner Faktoren isoliert.

    Kriminalität und MigrationFaktencheck

    Werden Ausländer häufiger straffällig?

    Ja, im polizeilichen Hellfeld: 2025 registrierte die PKS bei Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße 1.908.383 Tatverdächtige, davon 1.230.432 deutsche und 677.951 nichtdeutsche – ein Anteil von 35,5 Prozent. Auch bevölkerungsbezogen liegen die Werte höher: Die Tatverdächtigenbelastungszahl betrug 2025 bei Deutschen 1.813 und bei Nichtdeutschen 4.788 je 100.000 Einwohner ab acht Jahren (Faktor 2,64). Diese Rohwerte kontrollieren weder Alter, Geschlecht, soziale Lage, Aufenthaltsdauer, Wohnort, Mobilität noch Unterschiede der Anzeige- und Kontrollwahrscheinlichkeit. Aus Staatsangehörigkeit, Fluchtstatus oder Aufenthaltsanlass allein lässt sich keine individuelle Tatneigung und keine Ursache ableiten. Der Bericht stuft diesen Punkt mit Evidenzgrad D ein: derzeit nicht eindeutig belegbar.

    GewaltkriminalitätFaktencheck

    Wie entwickelt sich die Gewaltkriminalität?

    Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) weist für 2025 bundesweit 212.335 Fälle von Gewaltkriminalität aus – 5,5 Prozent mehr als 2010 und 2,3 Prozent weniger als 2024. Der Verlauf war keine kontinuierliche Zunahme: Von 201.243 Fällen (2010) sank die Zahl bis 2021 auf den Tiefpunkt von 164.646 Fällen und stieg danach bis zum Höchststand von 217.277 Fällen (2024). Die Teilbereiche entwickelten sich unterschiedlich: Raub lag 2025 langfristig unter, gefährliche und schwere Körperverletzung über dem Niveau von 2010. Eine Aussage über einen allgemeinen, ununterbrochenen Anstieg aller Gewalt- und Sexualdelikte wird von den PKS-Reihen nicht getragen.

    Polizeiliche KriminalstatistikFaktencheck

    Was ist der Unterschied zwischen Tatverdächtigen und Verurteilten?

    Tatverdächtig ist in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) jede Person, die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis aufgrund zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige Straftat begangen zu haben. Verurteilte sind nach der Strafverfolgungsstatistik Angeklagte, gegen die ein Strafgericht rechtskräftig eine Sanktion nach allgemeinem Strafrecht oder Jugendstrafrecht verhängt hat. Zwischen beiden Kategorien liegen mehrere Verfahrensstufen, auf denen Verfahren eingestellt, rechtlich anders bewertet oder mit einem Freispruch beendet werden können. Verurteilte sind deshalb keine Teilmenge der PKS-Tatverdächtigen; eine Quote „Verurteilte geteilt durch Tatverdächtige“ ist ohne fallbezogene Verlaufsdaten methodisch nicht valide.

    Polizeiliche KriminalstatistikFaktencheck

    Was sagt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) aus?

    Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine bundesweit nach abgestimmten Regeln erstellte Jahresstatistik der Polizeien des Bundes und der Länder. Sie misst polizeilich bekannt gewordene und endbearbeitete Straftaten sowie polizeilich ermittelte Tatverdächtige – also das registrierte Hellfeld. Sie misst weder die gesamte tatsächlich begangene Kriminalität noch strafrechtliche Schuld. Aus ihr allein lässt sich auch kein kausaler Effekt von Migration, Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus ableiten.