Wirtschaft & Arbeit
Arbeitsmarkt, Inflation, Steuern, Staatsfinanzen, Unternehmen, Wachstum und Wohlstand.
WachstumAnalyse
Steckt Deutschland wirklich im wirtschaftlichen Niedergang?
Drei schwache Jahre, eine schrumpfende Industrie und kaum mehr Wirtschaftsleistung als vor der Pandemie: Die Lage ist ernst. Von einem Zusammenbruch kann trotzdem keine Rede sein.
SteuernFaktencheck
Ist Deutschland wirklich ein Hochsteuerland?
Die pauschale Bezeichnung „Hochsteuerland“ ist zu grob. Deutschland lag 2024 mit einer Steuer- und Sozialabgabenquote von 38,0 Prozent des BIP im Mittelfeld der vom Bundesfinanzministerium verglichenen Staaten; bei der reinen Steuerquote lag es mit 23,2 Prozent im unteren Mittelfeld. Sehr hoch ist dagegen der Steuerkeil auf Arbeit: Für eine alleinstehende, kinderlose Person mit Durchschnittslohn entfielen 2025 einschließlich Arbeitgeberbeiträgen 49,3 Prozent der gesamten Arbeitskosten auf Einkommensteuer und Sozialbeiträge. Auch die nominale tarifliche Besteuerung von Unternehmensgewinnen war mit 30,13 Prozent hoch.
ArbeitsmarktFaktencheck
Fast 46 Millionen Erwerbstätige und drei Millionen Arbeitslose – wie passt das zusammen?
Hohe Beschäftigung und hohe Arbeitslosigkeit schließen einander nicht aus. Im Jahr 2025 waren durchschnittlich rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig; im Juli 2026 registrierte die Bundesagentur für Arbeit 3,007 Millionen Arbeitslose. Die Erwerbstätigenzahl umfasst alle Personen mit Arbeit; die Arbeitslosenzahl erfasst Menschen ohne ausreichende Beschäftigung, die bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Wächst das Arbeitskräfteangebot oder passen offene Stellen und Qualifikationen regional und fachlich nicht zusammen, können beide Gruppen gleichzeitig groß sein.
UnternehmenFaktencheck
Wie entwickeln sich Unternehmensgründungen und Insolvenzen?
In Deutschland werden weiterhin deutlich mehr Gewerbe angemeldet als abgemeldet: 2025 standen rund 762.400 Anmeldungen etwa 612.900 Abmeldungen gegenüber. Gleichzeitig sind die Unternehmensinsolvenzen seit dem Tiefpunkt 2021 kräftig gestiegen – von 13.993 auf 24.064 Fälle im Jahr 2025. Damit liegt das Insolvenzniveau höher als in allen Jahren seit 2015, aber weiterhin deutlich unter den Werten der frühen 2000er-Jahre. Insolvenzen sind nur ein kleiner Teil des Marktgeschehens: Weit mehr Unternehmen verschwinden ohne Insolvenzverfahren vom Markt.