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    Wahlprognose · Ergebnischeck

    Wahlprognose Sachsen-Anhalt 2026 im Ergebnischeck

    Landtagswahl Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 · Auswertung vom 07.09.2026

    Prognosebilanz nach der Wahl

    Die AfD gewinnt mit 43,8 Prozent, verfehlt aber mit 39 von 83 Sitzen die absolute Mehrheit.

    Vorläufiges amtliches Ergebnis · Stand 7. September 2026, 02:56 Uhr

    Prognosebilanz nach der Landtagswahl

    Die AfD gewinnt mit 43,8 Prozent, verfehlt aber mit 39 von 83 Sitzen die absolute Mehrheit.

    Das politfacts-Modell V4.5 hatte für die AfD einen Median von 39,4 Prozent und eine Wahrscheinlichkeit von 23,2 Prozent für eine absolute Sitzmehrheit ausgewiesen. Das tatsächliche AfD-Ergebnis lag 4,4 Prozentpunkte über dem Modellmedian. Die absolute Mehrheit wurde dennoch – entsprechend dem im Modell wahrscheinlicheren Szenario – verfehlt.

    AfD-Ergebnis
    43,8 %
    AfD-Sitze
    39 von 83
    Fehlende Sitze zur Mehrheit
    3
    Wahlbeteiligung
    77,8 %

    Vorläufiges amtliches Ergebnis · Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt · Stand 7. September 2026, 02:56 Uhr · 2.661 von 2.661 Wahlbezirken Zur Landeswahlleitung

    Prognose und Ergebnis im Vergleich

    Das Modell unterschätzte insbesondere die AfD und die Grünen. CDU und Linke wurden deutlich überschätzt. SPD und BSW schnitten stärker ab als der jeweilige Modellmedian, die FDP lag nahe an der Prognose.

    01020304050AfD Prognose V4.5: 39,43 % Ergebnis: 43,8 % Abweichung: +4,37 Prozentpunkte39,443,8AfDCDU Prognose V4.5: 21,67 % Ergebnis: 17,2 % Abweichung: −4,47 Prozentpunkte21,717,2CDULinke Prognose V4.5: 12,05 % Ergebnis: 8,6 % Abweichung: −3,45 Prozentpunkte12,18,6LinkeSPD Prognose V4.5: 7,61 % Ergebnis: 9,3 % Abweichung: +1,69 Prozentpunkte7,69,3SPDGrüne Prognose V4.5: 5,43 % Ergebnis: 8,9 % Abweichung: +3,47 Prozentpunkte5,48,9GrüneBSW Prognose V4.5: 4,11 % Ergebnis: 5,3 % Abweichung: +1,19 Prozentpunkte4,15,3BSWFDP Prognose V4.5: 3,03 % Ergebnis: 2,6 % Abweichung: −0,43 Prozentpunkte3,02,6FDPSonstige Prognose V4.5: 3,79 % Ergebnis: 4,3 % Abweichung: +0,51 Prozentpunkte3,84,3SonstigePrognose V4.5Vorläufiges amtliches Ergebnis
    Gruppierte Balken je Partei: blasser Balken für den Prognosemedian V4.5, kräftiger Balken für das vorläufige amtliche Ergebnis. Dieselben Werte stehen in der folgenden Tabelle.
    • AfD

      Prognose
      39,4 %
      Ergebnis
      43,8 %
      Abweichung
      +4,37
    • CDU

      Prognose
      21,7 %
      Ergebnis
      17,2 %
      Abweichung
      −4,47
    • Linke

      Prognose
      12,1 %
      Ergebnis
      8,6 %
      Abweichung
      −3,45
    • SPD

      Prognose
      7,6 %
      Ergebnis
      9,3 %
      Abweichung
      +1,69
    • Grüne

      Prognose
      5,4 %
      Ergebnis
      8,9 %
      Abweichung
      +3,47
    • BSW

      Prognose
      4,1 %
      Ergebnis
      5,3 %
      Abweichung
      +1,19
    • FDP

      Prognose
      3,0 %
      Ergebnis
      2,6 %
      Abweichung
      −0,43
    • Sonstige

      Prognose
      3,8 %
      Ergebnis
      4,3 %
      Abweichung
      +0,51

    Angezeigt wird auf eine Nachkommastelle gerundet. Die Fehlermaße werden mit den exakten Modellwerten aus V4.5 berechnet. Abweichung = Ergebnis minus Prognose.

    Vorläufiges amtliches Ergebnis · Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt · Stand 7. September 2026, 02:56 Uhr · 2.661 von 2.661 Wahlbezirken Zur Landeswahlleitung

    Wie genau war die Prognose?

    2,45 Prozentpunkte
    Mittlere absolute Abweichung (MAE) bei dieser Wahl
    2,91 Prozentpunkte
    Mittlerer quadratischer Fehler (RMSE) bei dieser Wahl
    2,38 Prozentpunkte
    Historischer Backtest-MAE des Modells
    3,24 Prozentpunkte
    Historischer Backtest-RMSE des Modells
    7 von 8
    Kategorien innerhalb ihres 80-Prozent-Prognosebereichs

    Die mittlere absolute Abweichung lag bei rund 2,45 Prozentpunkten und damit geringfügig über dem historischen Backtestwert von 2,38 Punkten. Der RMSE lag mit rund 2,91 Punkten unter dem historischen Backtestwert von 3,24 Punkten. Insgesamt bewegte sich das Ergebnis damit in der zuvor empirisch ermittelten Fehlerdimension des Modells.

    Sieben der acht ausgewerteten Kategorien lagen innerhalb ihres veröffentlichten 80-Prozent-Prognosebereichs. Lediglich die Linke unterschritt mit 8,6 Prozent die untere Intervallgrenze von 9,1 Prozent um 0,5 Punkte.

    Was das Modell gut erfasst hat

    • deutlicher Wahlsieg der AfD
    • absolute AfD-Sitzmehrheit als mögliches, aber nicht wahrscheinlichstes Szenario
    • tatsächliches Ausbleiben der absoluten AfD-Mehrheit
    • SPD und Grüne oberhalb der Fünfprozenthürde
    • FDP außerhalb des Landtags
    • zentrale AfD-Sitznäherung von 38 Sitzen lag mit einem Sitz Abstand nahe am Ergebnis von 39 Sitzen
    • zentrale Bedeutung der Fünfprozenthürde für die Mehrheitsverhältnisse

    Wo das Modell danebenlag

    • AfD um 4,4 Prozentpunkte unterschätzt
    • CDU um 4,5 Punkte überschätzt
    • Linke um 3,5 Punkte überschätzt
    • Grüne um 3,5 Punkte unterschätzt
    • BSW-Einzug trotz einer modellierten Einzugswahrscheinlichkeit von nur 31,3 Prozent
    • außergewöhnlich starke Mobilisierung und Rekordwahlbeteiligung nicht numerisch modelliert

    Eine Wahrscheinlichkeit von 31,3 Prozent für den BSW-Einzug bedeutete nicht, dass ein Einzug ausgeschlossen war. Das tatsächlich eingetretene Ergebnis gehörte zu den im Modell enthaltenen, aber weniger wahrscheinlichen Szenarien.

    Der neue Landtag: Der AfD fehlen drei Sitze zur absoluten Mehrheit

    Die AfD stellt mit 39 Mandaten die mit Abstand größte Fraktion. Für eine eigene Mehrheit wären 42 Sitze erforderlich. CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen zusammen ebenfalls über 39 Sitze. Die fünf BSW-Mandate können daher für die Regierungsbildung entscheidend werden.

    Mehrheit: 4283 Sitze42 Sitze für die absolute Mehrheit
    Halbkreisdarstellung der tatsächlichen Sitzverteilung mit Markierung der absoluten Mehrheit bei 42 von 83 Sitzen.
    • AfD · 39
    • CDU · 16
    • Linke · 8
    • SPD · 8
    • Grüne · 7
    • BSW · 5
    Sitze je Fraktion im neuen Landtag
    ParteiSitze
    AfD39
    CDU16
    Linke8
    SPD8
    Grüne7
    BSW5
    Gesamt83

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    39 zu 39 – und fünf Sitze des BSW

    Ohne das BSW verfügen weder die AfD noch alle übrigen Parteien gemeinsam über eine absolute Mehrheit. Das BSW besitzt deshalb bei Mehrheitsbildungen und möglicherweise auch bei der Ministerpräsidentenwahl eine Schlüsselstellung.

    Welche Mehrheiten sind rechnerisch möglich?

    Rechnerische Mehrheiten sind nicht mit politisch vereinbarten Koalitionen gleichzusetzen. Bislang existiert keine ausgehandelte Regierungsmehrheit.

    AfD allein

    39 Sitze / 42 benötigt

    39 von 83 Sitzen, Mehrheitsmarke bei 42
    Keine Mehrheit, 3 Sitze fehlenMarkierung: 42 Sitze

    AfD + BSW

    44 Sitze / 42 benötigt

    44 von 83 Sitzen, Mehrheitsmarke bei 42
    Rechnerische MehrheitMarkierung: 42 Sitze

    CDU + SPD + Grüne

    31 Sitze / 42 benötigt

    31 von 83 Sitzen, Mehrheitsmarke bei 42
    Keine MehrheitMarkierung: 42 Sitze

    CDU + SPD + Grüne + BSW

    36 Sitze / 42 benötigt

    36 von 83 Sitzen, Mehrheitsmarke bei 42
    Keine MehrheitMarkierung: 42 Sitze

    CDU + SPD + Grüne + Linke

    39 Sitze / 42 benötigt

    39 von 83 Sitzen, Mehrheitsmarke bei 42
    Keine MehrheitMarkierung: 42 Sitze

    CDU + SPD + Grüne + Linke + BSW

    44 Sitze / 42 benötigt

    44 von 83 Sitzen, Mehrheitsmarke bei 42
    Rechnerische MehrheitMarkierung: 42 Sitze

    Regierungsbildung: Welche Wege sind tatsächlich möglich?

    CDU, SPD, Grüne und Linke schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin aus. Eine klassische CDU-geführte Koalition aus CDU, SPD und Grünen verfügt mit 31 Sitzen über keine Mehrheit. Selbst unter Einbeziehung des BSW käme sie nur auf 36 Mandate. Für eine parlamentarische Mehrheit ohne die AfD wären deshalb sowohl das BSW als auch die Linke erforderlich.

    AfD und BSW

    Gemeinsam verfügen AfD und BSW über 44 Sitze. Das BSW zeigt sich für Gespräche und projektbezogene Zusammenarbeit mit der AfD offen. Eine formelle Koalitionsvereinbarung gibt es bislang nicht. Ulrich Siegmund hatte eine Koalition und Abhängigkeit vom BSW vor der Wahl mehrfach abgelehnt, sucht nach dem Wahlergebnis jedoch Unterstützung anderer Fraktionen oder einzelner Abgeordneter.

    Überparteiliche Regierung oder wechselnde Mehrheiten

    Das BSW wirbt für einen überparteilichen Ministerpräsidenten und eine Regierung, die für einzelne Vorhaben wechselnde Mehrheiten im Landtag sucht. Dieses Modell hatte Siegmund vor der Wahl als nicht ausreichend stabil zurückgewiesen.

    Breite Mehrheit ohne AfD

    CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW kämen gemeinsam auf 44 Sitze. Eine solche Zusammenarbeit würde jedoch erhebliche politische Konflikte und eine Abkehr von bisherigen Ausschlüssen erfordern. Bislang ist keine entsprechende Vereinbarung erkennbar.

    Neuwahlen sind kein Automatismus. Bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten bleibt die bisherige Landesregierung geschäftsführend im Amt.

    Alle Aussagen zur Regierungsbildung geben den öffentlich dokumentierten Stand vom 7. September 2026 wieder. Positionen und Gespräche können sich kurzfristig ändern.

    Von der Alleinregierung zur ausgestreckten Hand

    1. Vor der Wahl

      Ulrich Siegmund erklärte wiederholt, nur mit einer eigenen beziehungsweise stabilen Mehrheit regieren zu wollen. Eine Minderheitsregierung, wechselnde Mehrheiten und eine Koalition mit dem BSW lehnte er ab.

    2. Am Wahlabend

      Siegmund bezeichnete das BSW zunächst erneut als Teil des Problems und erklärte, für eine Koalition keine Kompromisse eingehen zu wollen.

    3. Nach den ersten Hochrechnungen

      Kurz darauf kündigte er an, Fraktionen und einzelnen Abgeordneten die Hand auszustrecken, sofern sie zentrale Vorhaben der AfD unterstützen.

    4. Position der Parteiführung

      Alice Weidel und Tino Chrupalla erklärten die AfD für gesprächsbereit. Chrupalla hält inzwischen auch eine Minderheitsregierung für denkbar und fordert, dass Siegmund zur Ministerpräsidentenwahl antritt. Auch weitere führende AfD-Politiker drängen auf eine Kandidatur.

    5. Neuwahlen

      Siegmund brachte für den Fall einer gescheiterten Regierungsbildung Neuwahlen ins Gespräch und behauptete, die AfD könne dann 50 oder 55 Prozent erreichen. Eine belastbare Datengrundlage für diese Erwartung liegt bislang nicht vor.

    Die öffentlichen Aussagen zeigen einen erkennbaren Konflikt zwischen Siegmunds bisherigem Anspruch einer eigenständigen stabilen Mehrheit und dem Drängen der Partei, den Wahlsieg nun auch ohne eigene Mehrheit für eine Regierungsübernahme zu nutzen. Ob dabei konkreter Druck oder eine verbindliche Anweisung der Parteiführung erfolgte, ist bislang nicht belegt.

    Alle Aussagen zur Regierungsbildung geben den öffentlich dokumentierten Stand vom 7. September 2026 wieder. Positionen und Gespräche können sich kurzfristig ändern.

    Das BSW hält sich mehrere Wege offen

    • Gespräche mit allen Parteien, ausdrücklich auch mit der AfD
    • Ablehnung einer sogenannten Brandmauerpolitik
    • genannte Schnittmengen mit der AfD bei Russlandpolitik, Sanktionen und Energiepreisen
    • Differenzen unter anderem in Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik
    • projektbezogene Zusammenarbeit mit der AfD wird nicht ausgeschlossen
    • bevorzugtes Modell eines überparteilichen Ministerpräsidenten
    • angekündigte Enthaltung im dritten Wahlgang, falls kein überparteiliches Modell zustande kommt
    • bislang keine Zusage für eine formelle AfD-BSW-Koalition

    Das BSW grenzt sich programmatisch in mehreren Bereichen von der AfD ab, hält aber sowohl Gespräche als auch eine projektbezogene Zusammenarbeit für möglich. Seine angekündigte Enthaltung im dritten Wahlgang könnte einem AfD-Kandidaten den Weg ins Amt erleichtern, garantiert dessen Wahl jedoch nicht.

    Alle Aussagen zur Regierungsbildung geben den öffentlich dokumentierten Stand vom 7. September 2026 wieder. Positionen und Gespräche können sich kurzfristig ändern.

    Wie der Ministerpräsident gewählt wird

    1. 1

      Erster Wahlgang

      Mindestens 42 von 83 Stimmen erforderlich.

    2. 2

      Zweiter Wahlgang

      Innerhalb von sieben Tagen; erneut mindestens 42 Stimmen erforderlich.

    3. 3

      Danach

      Abstimmung über die Auflösung des Landtags.

    4. 4

      Ohne Auflösung

      Es folgt ein dritter Wahlgang.

    5. 5

      Dritter Wahlgang

      Es genügt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen; Enthaltungen zählen nicht.

    Enthalten sich die fünf BSW-Abgeordneten und stimmen die übrigen Parteien geschlossen für einen gemeinsamen Gegenkandidaten, ergäbe sich zunächst ein Verhältnis von 39 zu 39. Teilen sich die Gegenstimmen dagegen auf mehrere Kandidaten auf oder enthalten sich weitere Abgeordnete, könnte ein AfD-Kandidat mit 39 Stimmen gewählt werden.

    Einordnung der Nachwahldaten

    Was erklärt die Prognoseabweichungen?

    Nach Veröffentlichung der Wahltagsbefragung von Infratest dimap und der Wahlanalyse der Konrad-Adenauer-Stiftung lassen sich einige Abweichungen zwischen dem Modell V4.5 und dem Wahlergebnis besser einordnen. Der folgende Abschnitt erklärt das Ergebnis im Nachhinein. Er verändert weder die veröffentlichte Prognose noch den historischen Backtest.

    Ex post
    Welche Faktoren erklären das tatsächliche Wahlergebnis, nachdem es vorliegt?
    Ex ante
    Welche dieser Faktoren hätten vor der Wahl überhaupt belastbar modelliert werden können?

    Beide Ebenen werden hier strikt getrennt. Nachwahldaten dürfen nicht so dargestellt werden, als wären sie vor der Wahl als Eingangsgrößen verfügbar gewesen.

    1. Außergewöhnliche Mobilisierung

    77,8 %
    Wahlbeteiligung

    Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt

    +17,5 PP
    gegenüber der Landtagswahl 2021

    Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt

    ca. 170.000
    AfD-Stimmen aus dem früheren Nichtwählerlager laut Wählerwanderungsmodell

    ARD / Infratest dimap, Wählerwanderung

    ca. 30 %
    der AfD-Zweitstimmen stammen rechnerisch aus diesem Nichtwähler-Zufluss

    eigene Berechnung aus Wählerwanderung und amtlichem Ergebnis

    Ex post · Erklärung des Ergebnisses

    Die AfD profitierte überdurchschnittlich von der stark gestiegenen Wahlbeteiligung. Die Wählerwanderungsanalyse weist rund 170.000 Stimmen aus dem bisherigen Nichtwählerlager aus.

    Das liefert eine plausible Erklärung dafür, warum die AfD mit 43,8 Prozent deutlich über dem politfacts-Modellmedian von 39,4 Prozent lag.

    Ex ante · Was vor der Wahl modellierbar war

    Wählerwanderungen werden erst nach der Wahl modelliert. Aus einer erwartbar hohen Wahlbeteiligung allein hätte vor der Wahl nicht seriös abgeleitet werden können, welcher Partei die zusätzliche Mobilisierung zugutekommt.

    Es war deshalb methodisch vertretbar, die vor der Wahl diskutierte hohe Wahlbeteiligung nicht als AfD-Korrekturfaktor in das Modell einzubauen.

    2. Taktisches Wählen verändert die Ergebnisse an der Fünfprozenthürde

    78 %

    der SPD-Wählenden

    68 %

    der Grünen-Wählenden

    gaben laut Infratest dimap an, ihre Partei vor allem gewählt zu haben, um einen AfD-Ministerpräsidenten zu verhindern.

    SPD

    Modell V4.57,6 %
    Ergebnis9,3 %

    Abweichung: +1,7 Prozentpunkte

    Grüne

    Modell V4.55,4 %
    Ergebnis8,9 %

    Abweichung: +3,5 Prozentpunkte

    Quelle: ARD / Infratest dimap, Wahltagsbefragung; Modellwerte V4.5; amtliches Ergebnis

    Ex post · Erklärung des Ergebnisses

    Insbesondere die deutliche Unterschätzung der Grünen lässt sich nach der Wahl teilweise durch strategisches Wahlverhalten erklären.

    Das ist auch für die Sitzprognose entscheidend: Parteien rund um die Fünfprozenthürde beeinflussen stark, wie viele Stimmen bei der Sitzverteilung berücksichtigt werden – und damit, wie wahrscheinlich eine absolute AfD-Mehrheit wird.

    Ex ante · Was vor der Wahl modellierbar war

    Die Wahltagsbefragung erklärt das Ergebnis ex post. Sie darf nicht rückwirkend als vermeintlich bekannte Eingangsvariable des Prognosemodells behandelt werden.

    3. Die AfD wurde nicht nur aus Protest gewählt

    Zugeschriebene Kompetenz der AfD 2026
    • Kriminalitätsbekämpfung40 %
    • Asyl- und Flüchtlingspolitik38 %
    • ostdeutsche Interessen36 %
    • Wirtschaft30 %
    • Energieversorgung30 %
    • Arbeitsplätze29 %
    • Bildung29 %
    • soziale Gerechtigkeit29 %

    Angegeben ist der Anteil der Befragten, die der AfD im jeweiligen Politikfeld die größte Kompetenz zuschreiben. Es handelt sich ausschließlich um Wahrnehmungen der Befragten, nicht um eine Bewertung der tatsächlichen Qualität oder Umsetzbarkeit politischer Konzepte.

    Zugeschriebene Wirtschaftskompetenz

    2021

    8 %

    2026

    30 %

    Quelle: ARD / Infratest dimap, Wahltagsbefragung 6. September 2026; Konrad-Adenauer-Stiftung, Wahlanalyse

    Ex post · Erklärung des Ergebnisses

    Das Ergebnis lässt sich nicht ausschließlich mit Protestwahl erklären. Die Wahltagsbefragung zeigt, dass der AfD inzwischen auch in klassischen Sachpolitikfeldern erhebliche Kompetenz zugeschrieben wird.

    Ex ante · Was vor der Wahl modellierbar war

    Kompetenzzuschreibung und tatsächliche Qualität politischer Konzepte sind zwei verschiedene Dinge. Die Daten beschreiben, wie Befragte die AfD wahrnehmen – sie belegen keine objektive Kompetenz.

    4. Pessimistische Grundstimmung

    „Wirtschaftliche Lage gut oder sehr gut“

    2021

    47 %

    2026

    20 %

    Veränderung gegenüber 2021: −27 Prozentpunkte

    „Sachsen-Anhalt ist gut auf die Zukunft vorbereitet“

    2021

    41 %

    2026

    28 %

    Veränderung gegenüber 2021: −13 Prozentpunkte

    Quelle: ARD / Infratest dimap, Wahltagsbefragung; Konrad-Adenauer-Stiftung, Wahlanalyse

    Ex post · Erklärung des Ergebnisses

    Das Wahlergebnis entstand in einem Umfeld ausgeprägter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zukunftssorgen.

    Die Daten zeigen einen Kontext, in dem oppositionelle und stark systemkritische Angebote besonders mobilisierungsfähig sein können. Ein monokausaler Zusammenhang mit der Wahlentscheidung lässt sich daraus nicht ableiten.

    5. Was lernen wir daraus für künftige politfacts-Prognosen?

    Aus einer einzelnen Wahl werden keine neuen Modellvariablen abgeleitet. Aus den Nachwahldaten ergeben sich drei Forschungsfragen für die Weiterentwicklung des Modells.

    1. 1

      Mobilisierung

      Prüfen, ob extreme Veränderungen der erwarteten Wahlbeteiligung künftig als Unsicherheitsindikator verwendet werden können – ohne daraus automatisch einen Vorteil für eine bestimmte Partei abzuleiten.

    2. 2

      Strategisches Wählen

      Untersuchen, ob Parteien nahe der Fünfprozenthürde in stark polarisierten Wahlen eine zusätzliche Varianz beziehungsweise breitere Prognoseintervalle benötigen.

    3. 3

      Kompetenz- und Stimmungsdaten

      Backtesten, ob Veränderungen bei Parteikompetenzen, Regierungszufriedenheit und Zukunftserwartungen über mehrere historische Landtagswahlen tatsächlich zusätzliche Prognosekraft besitzen.

    Keine dieser Variablen wird aufgrund einer einzigen Wahl direkt in das Modell übernommen. Erforderlich sind zuvor historische Out-of-Sample-Tests. Overfitting soll ausdrücklich vermieden werden.

    Fazit

    Der Ergebnischeck zeigt nicht, dass das Modell nachträglich „korrigiert“ werden muss. Er zeigt, wo zusätzliche Forschung sinnvoll ist.

    Mit einer mittleren absoluten Abweichung von 2,45 Prozentpunkten lag V4.5 ungefähr innerhalb seiner historisch gemessenen Fehlerdimension. Die neuen Nachwahldaten helfen vor allem zu verstehen, warum einzelne Parteien vom Median abwichen. Ob sich daraus bessere Prognosevariablen ableiten lassen, muss anhand weiterer historischer Wahlen getestet werden.

    Quellen zu diesem Abschnitt

    Archiv

    Dokumentation der letzten Vorwahlprognose

    Der folgende Abschnitt dokumentiert unverändert den letzten vor der Wahl veröffentlichten Modellstand V4.5 vom 4. September 2026. Die Werte werden nicht nachträglich an das Wahlergebnis angepasst.

    Alle Zeitangaben im folgenden Bereich beziehen sich auf den damaligen Stand vom 4. September 2026, also vor der Wahl.

    Damalige Überschrift

    Wahlprognose Sachsen-Anhalt 2026: AfD bei 39,4 %, Mehrheitsrisiko bei 23,2 %

    politfacts-Prognosemodell · Stand 4. September 2026

    Die neue Civey/WELT-Erhebung verändert die Stimmenprognose des politfacts-Modells nur moderat. Der AfD-Median sinkt von 39,65 auf 39,43 Prozent. Gleichzeitig steigt die modellierte Wahrscheinlichkeit eines Einzugs der Grünen. Das Risiko einer absoluten AfD-Sitzmehrheit geht dadurch von 25,1 auf rund 23,2 Prozent zurück. Entscheidend bleibt das Abschneiden der kleineren Parteien an der Fünfprozenthürde.

    Update 04.09.2026 – Modell V4.5

    Die neue Civey/WELT-Sonntagsfrage vom 3. September sieht die AfD bei 41 und die CDU bei 23 Prozent. Im politfacts-Prognosemodell sinkt der AfD-Median dadurch von 39,65 auf 39,43 Prozent. CDU und SPD steigen jeweils um rund 0,22 Prozentpunkte, die Grünen um rund 0,11 Prozentpunkte.

    Das modellierte Risiko einer absoluten AfD-Sitzmehrheit sinkt von 25,11 auf rund 23,18 Prozent. Hauptgründe sind der leicht niedrigere AfD-Median und die gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass die Grünen die Fünfprozenthürde überwinden. Der niedrigere FDP-Wert wirkt teilweise in die Gegenrichtung, gleicht diesen Effekt aber nicht aus.

    Die neue Civey/WELT-Erhebung senkt den AfD-Median leicht auf 39,4 Prozent. Das modellierte Risiko einer absoluten AfD-Sitzmehrheit sinkt auf rund 23,2 Prozent. Entscheidend bleibt die Fünfprozenthürde.

    Die Civey/WELT-Sonntagsfrage und das politfacts-Prognosemodell sind strikt zu trennen. Civey weist eigene Umfragewerte aus; die Werte von 39,4 Prozent und 23,2 Prozent stammen ausschließlich aus dem politfacts-Modell.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die AfD bleibt mit einem Modellmedian von 39,4 Prozent deutlich stärkste Kraft.
    • Die CDU steigt auf 21,7 Prozent, die Linke liegt bei 12,1 Prozent.
    • SPD und Grüne legen leicht zu; das BSW bleibt unverändert bei 4,1 Prozent.
    • Die Wahrscheinlichkeit eines Einzugs der Grünen steigt von 59,9 auf rund 63,2 Prozent.
    • Die Einzugswahrscheinlichkeit der FDP sinkt von 20,4 auf rund 18,7 Prozent.
    • Das modellierte Risiko einer absoluten AfD-Sitzmehrheit geht von 25,1 auf rund 23,2 Prozent zurück.
    • Entscheidend bleibt, welche Parteien die Fünfprozenthürde überwinden.

    Wahlprognose Sachsen-Anhalt 2026

    politfacts-Prognosemodell · Stand 4. September 2026

    Keine Umfrage – statistische Prognose

    Balken: Prognosemedian · Fehlerbalken: 80-%-Prognosebereich. Die gestrichelte Linie markiert die Fünfprozenthürde.

    01020304050%5-%-HürdeAfD Median: 39,4 % 80-%-Prognosebereich: 33,7–47,4 %39,4 %AfDCDU Median: 21,7 % 80-%-Prognosebereich: 16,8–27,3 %21,7 %CDULinke Median: 12,1 % 80-%-Prognosebereich: 9,1–15,8 %12,1 %LinkeSPD Median: 7,6 % 80-%-Prognosebereich: 5,6–11,3 % Einzugswahrscheinlichkeit: 95,4 %7,6 %SPDGrüne Median: 5,4 % 80-%-Prognosebereich: 3,9–9,5 % Einzugswahrscheinlichkeit: 63,2 %5,4 %GrüneBSW Median: 4,1 % 80-%-Prognosebereich: 2,7–6,7 % Einzugswahrscheinlichkeit: 31,3 %4,1 %BSWFDP Median: 3,0 % 80-%-Prognosebereich: 1,6–7,6 % Einzugswahrscheinlichkeit: 18,7 %3,0 %FDPSonstige Median: 3,8 % 80-%-Prognosebereich: 2,7–6,4 %3,8 %Sonstige
    Vertikale Balkendarstellung der Prognosemediane mit 80-Prozent-Prognosebereichen für alle Parteien. Die identischen Werte stehen in der folgenden Tabelle.
    Prognose V4.5: Prognosemedian, 80-Prozent-Bereich, Einzugswahrscheinlichkeit und Veränderung zu V4.4
    ParteiPrognose80-%-BereichP(≥5 %)Δ zu V4.4
    AfD39,4 %33,747,4 %>99 %−0,22
    CDU21,7 %16,827,3 %>99 %+0,22
    Linke12,1 %9,115,8 %>99 %±0,00
    SPD7,6 %5,611,3 %95,4 %+0,22
    Grüne5,4 %3,99,5 %63,2 %+0,11
    BSW4,1 %2,76,7 %31,3 %±0,00
    FDP3,0 %1,67,6 %18,7 %−0,22
    Sonstige3,8 %2,76,4 %−0,11

    Die einzelnen Parteimediane müssen sich nicht exakt zu 100 Prozent addieren. Sie stammen jeweils aus der Mitte der simulierten Verteilung einer Partei und sind keine gemeinsam ausgewählte Einzelsimulation.

    Die Fünfprozenthürde entscheidet mit

    SPD

    95,4 %

    V4.4: 94,1 % · +1,3 Prozentpunkte

    Einzug sehr wahrscheinlich.

    Grüne

    63,2 %

    V4.4: 59,9 % · +3,3 Prozentpunkte

    Ausgang weiterhin offen, die Einzugstendenz hat sich aber verstärkt.

    BSW

    31,3 %

    V4.4: 31,3 % · ±0,0 Prozentpunkte

    Einzug weiterhin eher unwahrscheinlich, gegenüber V4.4 unverändert.

    FDP

    18,7 %

    V4.4: 20,4 % · −1,7 Prozentpunkte

    Einzug derzeit unwahrscheinlicher als im vorherigen Modellstand.

    Die neue Civey-Erhebung erhöht vor allem die Einzugswahrscheinlichkeit der Grünen und senkt jene der FDP. SPD, Grüne, BSW und FDP können die Sitzverteilung weiterhin erheblich beeinflussen.

    AfD, CDU und Linke liegen im Modell praktisch sicher über fünf Prozent. Die Werte geben an, in wie vielen simulierten Wahlverläufen eine Partei mindestens fünf Prozent erreicht. Sie sind Wahrscheinlichkeiten, keine Feststellungen über den künftigen Landtag.

    Wie wahrscheinlich ist eine absolute AfD-Sitzmehrheit?

    23,2 %

    Modellierte Wahrscheinlichkeit einer absoluten AfD-Sitzmehrheit

    Das modellierte Risiko einer absoluten AfD-Sitzmehrheit sinkt gegenüber V4.4 von 25,11 auf 23,18 Prozent. Der Sensitivitätskorridor der drei rekonstruierten Abhängigkeitsstrukturen reicht von ungefähr 22,8 bis 23,5 Prozent. Gemeint ist ausschließlich die Wahrscheinlichkeit einer absoluten Mehrheit der Sitze, nicht die Wahrscheinlichkeit eines AfD-Wahlsiegs.

    V4.4
    25,1 %
    V4.5 (aktuell)
    23,2 %
    Veränderung
    −1,9 Prozentpunkte

    Sensitivitätskorridor: 22,8 bis 23,5 %. Die drei unabhängig gestarteten Simulationen ergaben Werte zwischen 23,11 und 23,19 Prozent.

    Gemeint ist eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag, nicht zwingend mehr als 50 Prozent der Stimmen und ausdrücklich nicht die Wahrscheinlichkeit eines AfD-Wahlsiegs. Das Sitzmodell verwendet 83 Basissitze, die landesweite Fünfprozenthürde und das Hare-Niemeyer-Verfahren. Direktmandate sowie mögliche Überhang- und Ausgleichsmandate werden weiterhin nur vereinfacht abgebildet. Die ausgewiesene Wahrscheinlichkeit ist deshalb ein Risikoindikator und keine Vorhersage der künftigen Sitzverteilung.

    Im vorherigen Modellstand V4.4 lag dieser Risikoindikator bei 25,11 Prozent, in V4.5 bei 23,18 Prozent.

    Warum sinkt das Mehrheitsrisiko stärker als der AfD-Median?

    Der AfD-Median sinkt lediglich um rund 0,22 Prozentpunkte. Gleichzeitig steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass die Grünen in den Landtag einziehen. In diesen Simulationen verteilen sich die 83 Sitze auf mehr Parteien, wodurch eine absolute AfD-Sitzmehrheit unwahrscheinlicher wird.

    Der niedrigere FDP-Wert wirkt teilweise in die Gegenrichtung: Scheitert die FDP häufiger an der Fünfprozenthürde, steigt der relative Sitzanteil der im Landtag vertretenen Parteien. Insgesamt überwiegen im Modell jedoch der niedrigere AfD-Wert und die gestiegene Einzugschance der Grünen.

    Deshalb lässt sich das Mehrheitsrisiko nicht allein aus dem AfD-Median ableiten. Entscheidend ist das gemeinsame Abschneiden aller Parteien rund um die Fünfprozenthürde.

    Welche Mehrheiten wären möglich?

    Mehrheit: 4283 Sitze42 Sitze für die absolute Mehrheit
    Halbkreisdarstellung der modellierten Sitzverteilung mit Markierung der absoluten Mehrheit bei 42 von 83 Sitzen.
    • Linke · 12
    • Grüne · 5
    • SPD · 7
    • CDU · 21
    • AfD · 38

    Vereinfachte zentrale Sitznäherung, kein Simulationswert: Die 83 Sitze sind unter der Annahme verteilt, dass AfD, CDU, Linke, SPD und Grüne die Fünfprozenthürde überwinden (AfD 39,4 %, CDU 21,7 %, Linke 12,1 %, SPD 7,6 %, Grüne 5,4 %). BSW und FDP liegen im Median unter fünf Prozent und erhalten in dieser Näherung keine Sitze.

    Parteien nahe der Fünfprozenthürde können die tatsächliche Sitzverteilung deutlich verändern. 83 Basissitze; Direktmandate sowie mögliche Überhang- und Ausgleichsmandate bleiben unberücksichtigt. Die Näherung erzeugt bewusst keine Scheingenauigkeit.

    Mögliche Regierungsmehrheiten als bedingte Szenarien

    Gezeigt werden nur politisch grundsätzlich denkbare Regierungsoptionen, und zwar als bedingte Szenarien auf Basis der abgeleiteten Sitznäherung. Für einzelne Koalitionen liegen keine eigenen Simulationswahrscheinlichkeiten vor; deshalb wird hier bewusst keine Koalitionswahrscheinlichkeit ausgewiesen. Rechnerische Mehrheiten und politische Realisierbarkeit sind zu trennen.

    AfD allein

    38 Sitze / 42 benötigt

    Keine AlleinmehrheitMarkierung: 42 Sitze

    Der eigenständig simulierte Risikoindikator für eine absolute AfD-Sitzmehrheit liegt bei 23,2 Prozent (Korridor rund 22,8 bis 23,5 Prozent).

    CDU + SPD + Grüne

    33 Sitze / 42 benötigt

    Keine Mehrheit im SzenarioMarkierung: 42 Sitze

    Bedingtes Szenario: setzt voraus, dass die Grünen die Fünfprozenthürde überspringen (Modellwert 63,2 Prozent).

    CDU + SPD + BSW

    28 Sitze / 42 benötigt

    Keine Mehrheit im SzenarioMarkierung: 42 Sitze

    Bedingtes Szenario: nur relevant, wenn das BSW die Fünfprozenthürde überspringt (Modellwert 31,3 Prozent).

    CDU + SPD + Grüne + BSW

    33 Sitze / 42 benötigt

    Keine Mehrheit im SzenarioMarkierung: 42 Sitze

    Bedingtes Szenario: setzt den Einzug von Grünen und BSW voraus.

    Minderheitsregierung möglich

    Sollte keine politisch realistische Koalition eine eigene Mehrheit erreichen, wäre auch eine Minderheitsregierung denkbar. Sie wäre bei Ministerpräsidentenwahl, Haushalt und Gesetzgebung auf Unterstützung weiterer Fraktionen angewiesen.

    Die Linke hat eine Tolerierung einer CDU-geführten Minderheitsregierung nicht grundsätzlich ausgeschlossen, verknüpft dies aber mit Bedingungen. Eine Tolerierung ist keine Koalition; Sitze tolerierender Fraktionen werden hier nicht zur Regierung addiert.

    Nicht dargestellte Kombinationen (Stand 04.09.2026)

    • CDU: keine Koalition mit der AfD.
    • SPD, Grüne und Linke: keine Regierungskoalition mit der AfD.
    • CDU: formelle Koalition mit der Linken nach derzeitiger Beschlusslage ausgeschlossen – auch nicht als erweiterte Viererkoalition aus CDU, SPD, Grünen und Linken.

    Diese politische Filterung ist ausdrücklich von der statistischen Sitzsimulation zu trennen.

    Warum sich die Mehrheiten noch verschieben können

    SPD

    7,6 %

    95,4 %

    Einzugswahrscheinlichkeit

    Grüne

    5,4 %

    63,2 %

    Einzugswahrscheinlichkeit

    BSW

    4,1 %

    31,3 %

    Einzugswahrscheinlichkeit

    FDP

    3,0 %

    18,7 %

    Einzugswahrscheinlichkeit

    Ob Grüne, BSW oder FDP in den Landtag einziehen, verändert die Sitzverteilung erheblich. Deshalb kann dieselbe Stimmenprognose zu unterschiedlichen parlamentarischen Mehrheiten führen.

    Schulze vor Siegmund – aber die Institute messen unterschiedlich

    ZDF / Forschungsgruppe Wahlen, Erhebung vom 25. bis 27. August 2026

    Wen hätten Sie lieber als Ministerpräsidenten?

    01020304050%Sven Schulze (CDU): 48 %48 %Sven Schulze (CDU)Ulrich Siegmund (AfD): 32 %32 %Ulrich Siegmund (AfD)Keinen von beiden: 9 %9 %Keinen von beidenWeiß nicht / unbekannt: 11 %11 %Weiß nicht / unbekannt
    Vertikale Balken der ZDF-Kandidatenpräferenz: Sven Schulze 48 Prozent, Ulrich Siegmund 32 Prozent, Keinen von beiden 9 Prozent, Weiß nicht 11 Prozent.

    Quelle: ZDF-Politbarometer Extra / Forschungsgruppe Wahlen · Feldzeit: 25.–27.08.2026 · n = 1.053

    Bei der persönlichen Präferenz liegt Sven Schulze derzeit 16 Prozentpunkte vor Ulrich Siegmund.

    Diese Werte nicht mit der Wahlprojektion verwechseln. Die AfD liegt in derselben Erhebung bei der Parteiprojektion mit 40 % deutlich vor der CDU mit 23 %.

    Methodikhinweis

    Die Kandidatenfragen sind keine Wahlprognosen. Der Ministerpräsident wird in Sachsen-Anhalt zudem nicht direkt von den Wahlberechtigten, sondern vom Landtag gewählt.

    Werte verschiedener Institute werden aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden nicht zu einer gemeinsamen Trendlinie verbunden.

    Was verändert die neue Civey-Erhebung?

    V4.5 ergänzt den Modellstand V4.4 um die Civey/WELT-Erhebung vom 3. September 2026. Sie wird innerhalb des bestehenden Civey-Signals zeitgewichtet und nicht wie ein zusätzliches unabhängiges Institut gezählt.

    Die neue Erhebung verschiebt keinen Parteimedian um mehr als 0,23 Prozentpunkte. Das Stimmenbild bleibt damit stabil. Bei der Sitzsimulation ist der Effekt etwas deutlicher, weil nicht nur der AfD-Wert, sondern auch die veränderten Einzugswahrscheinlichkeiten von Grünen und FDP berücksichtigt werden.

    01020304050AfD V4.5: 39,4 % V4.4: 39,7 %39,439,7AfDCDU V4.5: 21,7 % V4.4: 21,5 %21,721,5CDULinke V4.5: 12,1 % V4.4: 12,0 %12,112,0LinkeSPD V4.5: 7,6 % V4.4: 7,4 %7,67,4SPDGrüne V4.5: 5,4 % V4.4: 5,3 %5,45,3GrüneBSW V4.5: 4,1 % V4.4: 4,1 %4,14,1BSWFDP V4.5: 3,0 % V4.4: 3,2 %3,03,2FDPSonstige V4.5: 3,8 % V4.4: 3,9 %3,83,9Sonstigepolitfacts-Prognosemodell V4.5vorheriger Modellstand V4.4
    Gruppierte Balken je Partei: politfacts-Prognosemodell V4.5 gegenüber dem vorherigen Modellstand V4.4.
    Vergleich der Prognosemediane V4.5 gegenüber V4.4
    ParteiV4.5 exaktV4.4 exaktVeränderung
    AfD39,43 %39,65 %−0,22
    CDU21,67 %21,45 %+0,22
    Linke12,05 %12,05 %±0,00
    SPD7,61 %7,39 %+0,22
    Grüne5,43 %5,32 %+0,11
    BSW4,11 %4,11 %±0,00
    FDP3,03 %3,25 %−0,22
    Sonstige3,79 %3,90 %−0,11

    Alle Veränderungen sind Differenzen der Prognosemediane gegenüber V4.4 in Prozentpunkten. Sie werden neutral dargestellt und nicht politisch bewertet.

    Die neue Civey/WELT-Erhebung senkt den AfD-Median leicht auf 39,4 Prozent. Das modellierte Risiko einer absoluten Sitzmehrheit sinkt auf rund 23,2 Prozent. Entscheidend bleibt die Fünfprozenthürde.

    Taktisches Wählen

    Taktisches Wählen ist kein Bestandteil der Hauptprognose. Für den aktuellen Modellstand wurden keine taktischen Szenarien neu berechnet. Frühere Szenariowerte aus V3.0 werden deshalb nicht fortgeschrieben, um sie nicht mit den neuen Wahrscheinlichkeiten zu vermischen.

    Neue Umfragen im Modell

    V4.5 ergänzt den Modellstand V4.4 um die Civey/WELT-Sonntagsfrage vom 3. September 2026. Sie zählt nicht als zusätzliches Institut, sondern wird gemeinsam mit der Civey/WELT-Erhebung vom 25. August innerhalb des bestehenden Civey-Institutssignals zeitgewichtet. Die übrigen Erhebungen waren bereits in den vorherigen Modellständen enthalten.

    Civey / WELT

    SonntagsfrageNeu in V4.5
    • AfD41 %
    • CDU23 %
    • Linke12 %
    • SPD9 %
    • Grüne6 %
    • BSW4 %
    • FDP2 %
    • Sonstige3 %

    Veröffentlicht 03.09.2026 · Feldzeit 20.08.–03.09.2026 · n = 1.500 · Quelle

    Die neue Erhebung wird gemeinsam mit der Civey/WELT-Erhebung vom 25. August innerhalb des bestehenden Civey-Institutssignals zeitgewichtet. Civey erhält deshalb kein zusätzliches Institutsgewicht.

    Forschungsgruppe Wahlen / ZDF

    Wahlprojektion (Politbarometer Extra)bereits in V4.4
    • AfD41 %
    • CDU23 %
    • Linke11,5 %
    • SPD8,5 %
    • Grüne6 %
    • BSW4 %
    • FDP3 %
    • Sonstige3 %

    Veröffentlicht 03.09.2026 · Feldzeit 01.–03.09.2026 · n = 1.044 · Quelle

    Fehlertoleranz laut Institut: gut ±3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 40 Prozent und gut ±2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent. Die Erhebung war bereits in V4.4 enthalten und wird innerhalb des bestehenden FGW-Signals zeitgewichtet.

    INSA / NIUS

    Sonntagsfragebereits in V4.3
    • AfD43 %
    • CDU22 %
    • Linke12 %
    • SPD7 %
    • Grüne5 %
    • BSW4 %
    • FDP3 %
    • Sonstige4 %

    Veröffentlicht 02.09.2026 · Feldzeit 26.08.–01.09.2026 · n = 1.000 · Quelle

    Forschungsgruppe Wahlen / ZDF (August)

    Wahlprojektionbereits in V4.3
    • AfD40 %
    • CDU23 %
    • Linke13 %
    • SPD9 %
    • Grüne6 %
    • BSW3 %
    • FDP3 %
    • Sonstige3 %

    Veröffentlicht 28.08.2026 · Feldzeit 25.–27.08.2026 · n = 1.053 · Quelle

    Bleibt als älteres Signal derselben Forschungsgruppe Wahlen Bestandteil der Zeitreihe und wird mit der neuen Erhebung im selben Institutssignal zusammengeführt.

    Infratest dimap / ARD

    Sonntagsfragebereits in V4.3
    • AfD42 %
    • CDU22 %
    • Linke11 %
    • SPD8 %
    • Grüne6 %
    • BSW4 %
    • FDP3 %
    • Sonstige4 %

    Veröffentlicht 26.08.2026 · Feldzeit 24.–25.08.2026 · n = 1.511 · Quelle

    Civey / WELT (August)

    Sonntagsfragebereits in V4.3
    • AfD43 %
    • CDU21 %
    • Linke12 %
    • SPD7 %
    • Grüne5 %
    • BSW4 %
    • FDP4 %
    • Sonstige4 %

    Veröffentlicht 25.08.2026 · Feldzeit 06.–20.08.2026 · n = 1.500 · Quelle

    Älterer Datenpunkt desselben Instituts: bleibt Bestandteil der Zeitreihe und wird mit der neuen Civey-Erhebung im selben Institutssignal zusammengeführt.

    Die Forschungsgruppe Wahlen veröffentlicht im Politbarometer eine Wahlprojektion. Sie ist methodisch nicht vollständig identisch mit einer reinen Sonntagsfrage, weil sie neben der aktuellen Wahlabsicht auch längerfristige Einstellungen berücksichtigt. Ebenso zählt die neue Civey/WELT-Erhebung vom 3. September 2026 nicht als sechstes Institut: Sie wird gemeinsam mit der Civey-Erhebung vom 25. August innerhalb des bestehenden Civey-Institutssignals zeitgewichtet, die ältere Erhebung bleibt Bestandteil der Zeitreihe.

    Umfragen messen die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Erhebung. Sie sind keine Vorhersage des Wahlergebnisses.

    17
    veröffentlichte Landes-Signale im betrachteten Zeitraum
    5
    Institute beziehungsweise Signalgeber
    3 × 1.000.000
    simulierte Wahlverläufe (je Abhängigkeitsstruktur 1.000.000)

    Aktuelle Institute beziehungsweise Signalgeber: INSA, Infratest dimap, pollytix, Civey, Forschungsgruppe Wahlen / ZDF.

    So funktioniert das Modell

    1. 1

      Aktuelle Landes-Signale zusammenführen

      Grundlage sind 17 veröffentlichte Landes-Signale aus fünf Instituten beziehungsweise Signalgebern. Modellstichtag ist der 4. September 2026. Neu berücksichtigt ist die Civey/WELT-Erhebung vom 3. September 2026.

    2. 2

      Aktualität und Institute berücksichtigen

      Innerhalb eines Instituts erhalten neuere Erhebungen ein höheres Gewicht; die Gewichtung halbiert sich nach 30 Tagen. Die beiden Civey-Erhebungen werden deshalb zunächst zu einem zeitgewichteten Civey-Institutssignal zusammengeführt. Erst danach geht dieses Signal mit demselben Gewicht wie die vier anderen Institute beziehungsweise Signalgeber in das Gesamtmodell ein. So wird die neue Erhebung berücksichtigt, ohne Civey doppelt zu zählen.

    3. 3

      Aus früheren Wahlen lernen

      Die historische Kalibrierung aus V3.0 bleibt unverändert. Prognoseunsicherheit und Hürdenwahrscheinlichkeiten stammen aus historischen Fehlerverteilungen früherer Landtagswahlen. Die Modellparameter wurden nicht nachträglich an die neue Civey-Erhebung angepasst; auch die Prognoseintervalle bleiben unverändert.

    4. 4

      Mögliche Wahlausgänge simulieren

      Die gemeinsame Unsicherheitsstruktur wurde mit drei Gaussian-Copula-Varianten rekonstruiert. Je Variante wurden 1.000.000 Sitzsimulationen gerechnet, insgesamt 3 × 1.000.000 simulierte Wahlverläufe. Das Sitzmodell verwendet 83 Basissitze, die Fünfprozenthürde und das Hare-Niemeyer-Verfahren; Direktmandate sowie mögliche Überhang- und Ausgleichseffekte werden weiterhin nur vereinfacht abgebildet.

    Was beobachtet, aber nicht eingerechnet wird

    Folgende Daten werden beobachtet und zur Einordnung verwendet, gehen aber nicht als frei gewichtete Korrekturfaktoren in die Stimmenprognose ein:

    • Ministerpräsidentenpräferenz
    • Regierungszufriedenheit
    • Regierungspräferenz
    • Problemwahrnehmung
    • Entscheidungssicherheit der Befragten
    • Anteil unentschlossener Wähler
    • erwartete Wahlbeteiligung
    • Zahl der Briefwahlanträge
    • taktische Wahlaufrufe
    • Medienereignisse
    • einzelne Social-Media-Trends

    Ohne einen historisch validierten Zusammenhang würde eine numerische Gewichtung dieser Faktoren zusätzliche Annahmen in das Modell einführen.

    Angaben zur erwarteten Wahlbeteiligung und zur Zahl der Briefwahlanträge sind kein Bestandteil des Prognosemodells. Aus ihnen wird weder ein Stimmenbonus noch eine veränderte Wahlwahrscheinlichkeit für einzelne Parteien abgeleitet. Kandidatenpräferenz, Regierungspräferenz und Entscheidungssicherheit werden ausschließlich als Kontext genannt und nicht zusätzlich numerisch auf die ZDF-Projektion aufgeschlagen, in die sie bereits eingeflossen sind.

    Wie wurde das Modell geprüft?

    Geprüft wurde an 59 chronologisch getesteten Landtagswahlen mit 405 Partei-Wahl-Beobachtungen. Für jede historische Testwahl durfte das Modell ausschließlich Informationen verwenden, die zum damaligen Prognosezeitpunkt bereits bekannt waren.

    2,38 Prozentpunkte
    durchschnittliche Abweichung (MAE)
    3,24 Prozentpunkte
    statistisches Fehlermaß (RMSE)
    80,5 %
    historische Abdeckung des 80-Prozent-Bereichs
    94,6 %
    historische Abdeckung des 95-Prozent-Bereichs

    Der 80-Prozent-Prognosebereich traf im historischen Rücktest ungefähr so häufig zu, wie seine Bezeichnung verspricht.

    Die historischen Backtestwerte aus V3.0 bleiben bestehen, weil die zentrale Kalibrierungslogik für den aktuellen Modellstand nicht neu trainiert wurde.

    Technische Prüfung von V4.5

    Die Aktualisierung wurde mit drei unabhängig gestarteten Simulationen mit jeweils einer Million Wahlverläufen kontrolliert. Für das Risiko einer absoluten AfD-Sitzmehrheit ergaben sich Werte zwischen 23,11 und 23,19 Prozent.

    Zusätzlich wurden unterschiedliche Abhängigkeitsannahmen zwischen den Parteiergebnissen geprüft. Der Rückgang gegenüber V4.4 blieb mit rund 1,9 Prozentpunkten stabil. Der daraus abgeleitete Sensitivitätskorridor liegt ungefähr zwischen 22,8 und 23,5 Prozent.

    Aggregation, Stimmennormalisierung, Fünfprozenthürde und Sitzverteilung werden erneut mit den bestehenden technischen Konsistenztests geprüft. Jede simulierte Sitzverteilung muss exakt 83 Sitze umfassen.

    Neue historische Backtests waren nicht erforderlich, weil weder die Modellstruktur noch die historische Kalibrierung verändert wurden.

    Grenzen der Prognose

    Auch ein statistisches Prognosemodell kann den Wahlausgang nicht vorhersagen. Umfragen enthalten Stichproben- und Messfehler, Wahlentscheidungen können sich bis zum Wahltag verändern und außergewöhnliche Ereignisse lassen sich nicht zuverlässig modellieren.

    • Wahltag ist erst am 6. September 2026.
    • Prognosebereiche sind Unsicherheitsbereiche, keine Garantien.
    • Parteien nahe fünf Prozent erzeugen besonders große Sitzunsicherheit.
    • Das Sitzmodell bildet Direktmandate und Ausgleichseffekte nur vereinfacht ab.
    • Die gemeinsame Fehlerstruktur wurde rekonstruiert und als Sensitivitätskorridor ausgewiesen.
    • Das Modell gibt keine Wahlempfehlung.

    politfacts-Prognosemodell · Modellstichtag 04.09.2026 · interne Version V4.5 · Wahl am 06.09.2026 · Redaktion: politfacts