Zum Inhalt springen
    Zur Übersicht
    RealitätscheckLandtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

    Welche Partei bietet laut Wahlprogramm die beste Perspektive für Sachsen-Anhalt?

    Wir vergleichen nicht Wahlversprechen nach Gefühl, sondern messen die Programme an der tatsächlichen Entwicklung des Landes: Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Arbeitgeber, Wirtschaft, Bildung, Infrastruktur, Sicherheit und Finanzen.

    Stand: 18. August 2026

    Kurze Antwort

    Sachsen-Anhalt hat sich seit dem Transformationsschock der 1990er-Jahre in vielen Bereichen deutlich verbessert. Arbeitslosigkeit, Einkommen, Lebenserwartung, Grundsicherungsbezug, Umweltqualität und registrierte Gesamtkriminalität entwickelten sich positiv. Gleichzeitig hat das Land mehr als ein Viertel seiner Bevölkerung verloren, altert stark, bleibt wirtschaftlich unter dem Bundesdurchschnitt und steht vor einer massiven Verrentungswelle. Bildung, Infrastruktur, Arbeitgebernachfolge und öffentliche Finanzen entscheiden deshalb stärker über die Zukunft des Landes als nostalgische Vergleiche mit früheren Jahrzehnten.

    Was wurde besser?

    Arbeitsmarkt, Einkommen, Lebensqualität und Sicherheit.

    Was wurde schlechter?

    Bevölkerung, Altersstruktur und Geburtensaldo.

    Was entscheidet jetzt?

    Arbeitskräfte, Bildung, Arbeitgeber, Infrastruktur, Produktivität und Finanzen.

    Kapitel 1

    So hat sich Sachsen-Anhalt entwickelt

    Ein ehrlicher Vergleich darf weder nur positive noch nur negative Kennzahlen auswählen. Deshalb betrachten wir die langfristige Entwicklung von Bevölkerung, Geburten, Alterung, Arbeitsmarkt, Arbeitgebern, Wirtschaftsleistung, Sozialleistungen, Sicherheit, Bildung, Infrastruktur und Landeshaushalt.

    Kontext

    Anlass für den Langzeitvergleich war eine öffentliche Aussage des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, wonach es dem Land in den 1990er-Jahren in wesentlichen Bereichen besser gegangen sei.

    Diese Debatte steht hier nicht im Mittelpunkt. Sie war lediglich der Anlass, die amtlichen Zeitreihen seit 1990 vollständig zu prüfen – und daraus die Maßstäbe für die Programmbewertung abzuleiten.

    1. Gesamtbilanz

    Bevölkerung

    verschlechtert
    Früher
    2,874 Mio. (1990)
    Heute
    2,120 Mio. (2025)

    −26,2 %

    Geburtensaldo

    verschlechtert
    Früher
    −6.874 (1990)
    Heute
    −22.887 (2025)

    deutlich schlechter

    Durchschnittsalter

    verschlechtert
    Früher
    39,2 Jahre (1992)
    Heute
    rund 48 Jahre

    deutlich älter

    Arbeitslosenquote

    verbessert
    Früher
    20,2 % (2000/2005)
    Heute
    8,0 % (2025)

    massiv verbessert, zuletzt wieder steigend

    Erwerbstätige am Arbeitsort

    verschlechtert
    Früher
    1,278 Mio. (1991)
    Heute
    983.500 (2025)

    −23,0 %

    Sozialversicherungspflichtige Jobs

    verschlechtert
    Früher
    864.308 (1999)
    Heute
    788.290 (2025)

    −8,8 %

    Unternehmenseinheiten

    verschlechtert
    Früher
    83.127 (2006)
    Heute
    68.904 (2024)

    −17,1 %

    BIP je Einwohner relativ zu Deutschland

    verbessert
    Früher
    36 % (1991)
    Heute
    72 % (2024)

    stark aufgeholt, Lücke bleibt

    Arbeitsentgelt relativ zu Deutschland

    verbessert
    Früher
    55 % (1991)
    Heute
    85 % (2024)

    deutlich angenähert

    Erwerbsfähige SGB-II-Leistungsberechtigte

    verbessert
    Früher
    280.487 (2005)
    Heute
    126.488 (2024)

    −55 %

    Straftaten je 100.000 Einwohner

    verbessert
    Früher
    11.585 (1995)
    Heute
    8.090 (2025)

    insgesamt niedriger

    Lebenserwartung Männer

    verbessert
    Früher
    69,4 Jahre (1991/93)
    Heute
    75,9 Jahre (2022/24)

    deutlich höher

    Lebenserwartung Frauen

    verbessert
    Früher
    76,8 Jahre (1991/93)
    Heute
    82,3 Jahre (2022/24)

    deutlich höher

    2. Bevölkerung

    Sachsen-Anhalt verlor seit 1990 rund 754.000 Einwohner.

    Bevölkerung Sachsen-Anhalts 1990–2025

    Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Stand 2025

    • In den ersten Jahrzehnten war Abwanderung ein zentraler Treiber.
    • Seit Mitte der 2010er-Jahre gibt es überwiegend Wanderungsgewinne.
    • Heute ist vor allem das Geburtendefizit für den Rückgang verantwortlich.
    • Zuwanderung bremst die Schrumpfung, gleicht sie aber nicht vollständig aus.
    • Bis 2040 könnte die Bevölkerung laut Vorausberechnung auf etwa 1,83 Millionen sinken.

    3. Geburten und Sterbefälle

    Geborene und Gestorbene je Jahr

    Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Stand 2025

    • 1990 kamen 11,01 Geburten und 13,39 Sterbefälle auf 1.000 Einwohner.
    • 2024 waren es 5,85 Geburten und 15,98 Sterbefälle.
    • Die Geburtenziffer sank von 1,55 Kindern je Frau 2020 auf 1,31 im Jahr 2024.
    • 2025 starben 22.887 Menschen mehr, als geboren wurden.
    • Der Rückgang der Geburten entsteht sowohl durch eine niedrigere Kinderzahl je Frau als auch durch kleinere Elterngenerationen.

    4. Alterung und Verrentung

    • 2025 waren 202.168 von 788.290 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort zwischen 55 und 64 Jahre alt.
    • Das entspricht 25,6 Prozent.
    • Weitere 13.690 Beschäftigte arbeiteten bereits mit mindestens 65 Jahren.
    • 2024 standen rund 93.600 Beschäftigte zwischen 60 Jahren und der Regelaltersgrenze.
    Wann heutige Beschäftigtengruppen die Regelaltersgrenze erreichen

    Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik 2024/2025 – eigene Kohortenrechnung

    Methodischer Hinweis: Die Darstellung zeigt, wann heutige Altersgruppen ungefähr die Regelaltersgrenze erreichen. Sie ist keine exakte Prognose individueller Renteneintritte.

    • Auf 100 Menschen zwischen 20 und 66 Jahren kamen 2022 rund 42 Menschen ab 67.
    • Bis 2040 könnten es knapp 57 sein.
    • Der Anteil der Menschen im Rentenalter könnte bis 2040 auf rund 30,7 Prozent steigen.

    5. Arbeitslosigkeit

    Arbeitslosenquote 1995–2025 (in Prozent)

    Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025

    • Die Arbeitslosenquote sank von mehr als 20 Prozent auf zeitweise 7,1 Prozent.
    • Der Rückgang ist nicht nur ein Effekt der geschrumpften Bevölkerung, da auch die Quote deutlich sank.
    • Seit 2022 steigt die Arbeitslosigkeit wieder leicht.
    • 2024 waren rund 32.400 Menschen langzeitarbeitslos.
    • Ohne abgeschlossene Berufsausbildung lag die Arbeitslosenquote bei 35,3 Prozent.
    • Mit Berufsabschluss waren es 4,8 Prozent, mit akademischem Abschluss 3,2 Prozent.
    • Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel können gleichzeitig bestehen.

    6. Arbeitgeber und Arbeitsplätze

    Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort

    Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025

    • Nach dem massiven Arbeitsplatzverlust der Nachwendezeit setzte ab Mitte der 2000er-Jahre eine Erholung ein.
    • Zwischen 2005 und 2022 entstanden netto rund 78.000 sozialversicherungspflichtige Jobs.
    • Seit 2022 sinkt die Zahl wieder.
    • Das Produzierende Gewerbe verlor zwischen 1999 und 2025 rund 63.600 sozialversicherungspflichtige Jobs.
    • Sonstige Dienstleistungen gewannen etwa 27.200 hinzu.

    Rechtliche Unternehmenseinheiten

    Früher: 83.127 (2006)

    Heute: 68.904 (2024)

    Niederlassungen

    Früher: 89.100 (2006)

    Heute: 77.970 (2024)

    Erwerbstätige am Arbeitsort

    Früher: 1.277.900 (1991)

    Heute: 983.500 (2025)

    • 85,9 Prozent der rechtlichen Einheiten hatten 2022 weniger als zehn Beschäftigte oder keine Beschäftigten.
    • Nur 0,5 Prozent beschäftigten mindestens 250 Menschen.
    • Kleine Unternehmen sind regional wichtig, besitzen aber häufig weniger Ressourcen für Forschung, Digitalisierung, Nachfolge und aufwendige Genehmigungsverfahren.
    • Unternehmensnachfolge und Bestandspflege sind deshalb ebenso wichtig wie neue Großansiedlungen.

    Methodischer Hinweis: Unternehmen, Niederlassungen, Erwerbstätige und sozialversicherungspflichtige Jobs sind unterschiedliche statistische Einheiten.

    7. Wirtschaft und Einkommen

    Annäherung an den Bundesdurchschnitt (Deutschland = 100)

    Quelle: Arbeitskreis VGR der Länder, Stand 2024

    • Sachsen-Anhalt hat deutlich aufgeholt.
    • Der schnelle Aufholprozess fand vor allem in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre statt.
    • Seitdem verläuft die Annäherung langsam.
    • Das BIP je Einwohner liegt weiterhin nur bei etwa 72 Prozent des Bundesdurchschnitts.
    • Die Löhne haben sich stärker angenähert und erreichen etwa 85 Prozent.
    • Die reale Wirtschaftsleistung sank 2023, 2024 und 2025.
    • Besonders die energieintensive Industrie steht unter Druck.

    8. Bürgergeld, Sicherheit, Bildung und Lebensqualität

    Grundsicherung

    • Erwerbsfähige SGB-II-Leistungsberechtigte 2005: 280.487
    • 2024: 126.488
    • Rückgang: rund 55 Prozent
    • Kein methodisch sauberer direkter Vergleich mit den 1990er-Jahren möglich.

    Sicherheit

    • Straftaten je 100.000 Einwohner 1995: 11.585 – 2025: 8.090
    • Aufklärungsquote 1995: 35,8 Prozent – 2025: 57,4 Prozent
    • Die Gesamtkriminalität ist gesunken.
    • Einzelne Bereiche wie häusliche Gewalt, Bedrohungen, Cyberkriminalität, politisch motivierte Kriminalität und Drogentote benötigen dennoch gezielte Maßnahmen.

    Bildung

    • 2024/25 verließen 1.761 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise 9,3 Prozent die allgemeinbildenden Schulen mit einem Abgangszeugnis.
    • Fehlende Abschlüsse verschärfen Arbeitslosigkeit, Armut und Fachkräftemangel.

    Lebenserwartung

    • Männer: von 69,4 auf 75,9 Jahre
    • Frauen: von 76,8 auf 82,3 Jahre

    9. Infrastruktur

    Straßen und Brücken

    • knapp 10.400 Kilometer Bundes- und Landesstraßen
    • mehr als 1.400 Brücken
    • knapp 1.500 Kilometer Radwege
    • rund 203 Millionen Euro Straßenbaumittel 2025
    • laut Infrastrukturministerium reicht die Mittelausstattung nicht zur Sicherung des Status quo
    • 2,61 Milliarden Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen
    • davon rund 1,57 Milliarden Euro für Kommunen
    • rund eine Milliarde Euro für Landesprojekte

    Bahn und Bus

    • Fahrgäste 2014: 163,9 Millionen – 2023: 179,1 Millionen
    • Fahrleistung 2014: 112,2 Millionen Fahrzeugkilometer – 2023: 109,8 Millionen Fahrzeugkilometer
    • Gesamtnachfrage und konkrete Erreichbarkeit im ländlichen Raum müssen getrennt betrachtet werden.
    Digitale Infrastruktur: Anteil der Haushalte in Prozent

    Quelle: Gigabit-Grundbuch des Bundes, Stand 2025

    • deutlicher Ausbaufortschritt
    • flächendeckendes Gigabitziel bis 2025 verfehlt
    • verbleibende Lücken besonders in ländlichen Regionen

    Kapitel 2

    Das sind die realen Probleme des Landes

    Aus den Daten ergibt sich eine gewichtete Problemhierarchie. Sie unterscheidet zwischen aktueller Konjunkturschwäche und langfristigen Strukturproblemen – und bildet die Grundlage für die Gewichte des anschließenden Programmratings.

    1. 01Demografie und Arbeitskräfte

      Gewichtung 25 %
      • mehr als ein Viertel der Beschäftigten ist mindestens 55 Jahre alt
      • kleinere Nachwuchsjahrgänge
      • starkes Geburtendefizit
      • steigender Pflege- und Gesundheitsbedarf
      • sinkende Zahl von Steuer- und Beitragszahlern
      • Geburtenpolitik wirkt erst langfristig
      • kurzfristig sind Erwerbsbeteiligung, Qualifizierung, Zuwanderung und Bindung entscheidend
    2. 02Wirtschaft, Arbeitgeber und produktive Jobs

      Gewichtung 20 %
      • Produktivität deutlich unter dem Bundesdurchschnitt
      • wenige Unternehmenszentralen
      • kleinteilige Arbeitgeberstruktur
      • Unternehmensnachfolge
      • Verlust von Industriejobs
      • aktuelle Wachstumsschwäche
      • unvollständige regionale Wertschöpfungsketten
    3. 03Bildung und Qualifikation

      Gewichtung 15 %
      • zu viele Schulabgänge ohne regulären Abschluss
      • Lehrkräftemangel
      • Unterrichtsausfall
      • Qualifikationslücke bei gleichzeitigem Fachkräftebedarf
      • Bildung wirkt zugleich auf Wirtschaft, Armut, Integration und Sicherheit
    4. 04Infrastruktur und Daseinsvorsorge

      Gewichtung 15 %
      • Erhaltungsbedarf bei Straßen, Brücken und öffentlichen Gebäuden
      • regionale Glasfaserlücken
      • ländliche Erreichbarkeit
      • medizinische Versorgung und Rettungsdienst
      • steigende Kosten pro Einwohner in schrumpfenden Regionen
      • fehlende Planungs- und Umsetzungskapazitäten
    5. 05Finanzielle Tragfähigkeit

      Gewichtung 15 %
      • Landeshaushalt 2026: 15,63 Milliarden Euro, aber weitgehend gebunden
      • wachsende Personal-, Versorgungs-, Zins- und Kommunalausgaben
      • Investitionsmittel können keine dauerhaften Personalkosten finanzieren
      • viele Wahlversprechen besitzen langfristige Folgekosten
    6. 06Konkretheit und Landeskompetenz

      Gewichtung 10 %
      • viele Wahlprogramme enthalten Forderungen an den Bund
      • bewertet werden nur Instrumente, die eine Landesregierung tatsächlich umsetzen oder wesentlich beeinflussen kann
      • messbare Ziele und Finanzierung sind wichtiger als die Zahl der Versprechen

    Politische Kernaufgaben

    • 01Arbeitskräfte sichern
    • 02Bildungsergebnisse verbessern
    • 03Arbeitgeber halten und Produktivität steigern
    • 04Infrastruktur und Erreichbarkeit sichern
    • 05Land und Kommunen finanziell handlungsfähig halten
    • 06konkrete Sicherheitsprobleme gezielt bearbeiten

    Kapitel 3

    Welche Partei bietet die beste Perspektive?

    Bewertungsmethode

    Jedes Programm erhält pro Kriterium zwischen null und fünf Rohpunkten.

    • 0 Punktekeine tragfähige Antwort oder klarer Widerspruch zum Ziel
    • 1 Punktüberwiegend ungeeignet
    • 2 Punktelückenhaft oder sehr vage
    • 3 Punktegrundsätzlich plausible Antwort
    • 4 Punktestark und überwiegend konkret
    • 5 Punkteumfassend, messbar, landespolitisch umsetzbar und nachvollziehbar finanziert

    Berechnung: Teilwert = Rohpunkte ÷ 5 × Gewicht. Gesamtwert = Summe aller Teilwerte.

    Gesamtergebnis

    Punkte von 0 bis 100. Reihenfolge ist keine Rangliste im Sinne eines Siegers.

    SPD79 Punkte
    FDP79 Punkte
    CDU74 Punkte
    Bündnis 90/Die Grünen68 Punkte
    Die Linke62 Punkte
    BSW61 Punkte
    AfD42 Punkte

    Bewertung im Detail

    Ergebnis

    Nach der festgelegten Gewichtung bilden SPD und FDP mit jeweils 79 Punkten die stärkste Programmgruppe. Einen eindeutigen Sieger gibt es nicht.

    SPD

    Die SPD bietet die geschlossenste Antwort auf Demografie, Verrentung, Erwerbspotenziale, internationale Fachkräfte, Integration und Bildung. Schwächer ist die vollständige Finanzierung zusätzlicher dauerhafter Leistungen.

    FDP

    Die FDP verbindet Produktivität, Unternehmensbedingungen, Digitalisierung, Verwaltungsreform und Haushaltsregeln besonders kohärent. Offen bleibt, welche konkreten Ausgaben in welcher Höhe eingespart werden sollen.

    CDU

    Die CDU folgt mit 74 Punkten. Ihr Programm deckt Fachkräfte, Mittelstand, Unternehmensnachfolge, Ansiedlung und Infrastruktur breit ab. Es enthält aber relativ wenige messbare Ziele und keine vollständige Finanzierungs- und Prioritätenliste.

    Bündnis 90/Die Grünen

    Stark bei Innovation, internationalen Fachkräften, Klima-, Wasser- und Gesundheitsvorsorge. Die Gesamtkosten und Haushaltsprioritäten bleiben unvollständig.

    Die Linke

    Stark bei Bildung, sozialer Infrastruktur, Gesundheit und kommunaler Daseinsvorsorge. Schwächer bei Produktivität, privater Investitionsdynamik und dauerhafter Finanzierung.

    BSW

    Beschreibt viele Probleme bei Industrie, Bildung und Infrastruktur zutreffend. Zahlreiche Lösungen liegen jedoch auf Bundesebene; ein geschlossener Finanzierungspfad für das Land fehlt.

    AfD

    Nennt Probleme bei Infrastruktur, Verwaltung, Schule und Gesundheit. Die Begrenzung internationaler Fachkräfte widerspricht jedoch dem kurzfristigen Arbeitskräftebedarf. Das IWH beziffert die Finanzierungslücke des Programms auf mindestens 2,2 Milliarden Euro jährlich.

    Wichtige Einordnung

    Unterschiede von weniger als etwa fünf Gesamtpunkten sind nicht als belastbare Rangfolge zu verstehen. Die Punkte beruhen auf einer transparenten, aber redaktionellen Bewertung. Wer Demografie und soziale Infrastruktur stärker gewichtet, wird die SPD vorn sehen. Wer Haushaltsregeln, Unternehmensbedingungen und Verwaltungsreform höher gewichtet, kann die FDP vorn sehen.

    • keine Wahlempfehlung
    • ausschließlich Bewertung der veröffentlichten Programme
    • frühere Regierungsleistungen nicht Bestandteil der Punktzahl
    • Kandidierende und Koalitionsfähigkeit nicht Bestandteil der Punktzahl
    • keine einheitliche unabhängige Vollkostenrechnung aller Programme vorhanden
    • unabhängige Kostenanalyse bislang nur für das AfD-Programm

    Schlussantwort

    SPD und FDP bieten laut Wahlprogramm derzeit die beste Perspektive für Sachsen-Anhalt – allerdings mit unterschiedlichen Stärken und ohne belastbaren Abstand zueinander. Die SPD überzeugt stärker bei Demografie, Arbeitsmarkt, Integration und Bildung. Die FDP ist stärker bei Produktivität, Verwaltungsreform und Haushaltsregeln. Die CDU folgt mit geringem Abstand und einer breiten wirtschafts- und fachkräftepolitischen Agenda.

    Keine der drei Parteien legt bislang eine vollständige Mehrjahresfinanzierung vor. Das Rating zeigt deshalb keine perfekte Lösung, sondern welche Programme am besten zu den empirisch größten Problemen des Landes passen.

    Transparenz

    Methodik und Quellen