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    Staat & GesellschaftAnalyse & Faktencheck

    Renten-Faktencheck: Wer verspricht Sicherheit – und wer legt die Rechnung vor?

    Die Rentenkasse ist nicht pleite. Doch die Alterung der Gesellschaft erzwingt Entscheidungen über Beiträge, Steuern, Rentenniveau und Lebensarbeitszeit. Ein Datencheck der Entwicklung – und der Parteiversprechen.

    Autor:
    politfacts
    Stand:
    22. August 2026
    Lesedauer:
    ca. 9 Minuten
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    Kurzantwort

    Kein Wahlprogramm von 2025 löst den Zielkonflikt vollständig. Grüne und FDP boten die plausibelsten Strukturbausteine, ließen aber Übergangskosten und soziale Folgen offen. SPD und Union schützen mit dem Rentenpaket das Niveau bis 2031, verlagern die Mehrkosten jedoch in den Bundeshaushalt. Die Linke benennt mehr Einnahmequellen, überlädt diese aber mit höheren Leistungen und früherem Ruhestand. AfD und BSW machen die größten, nicht gegenfinanzierten Versprechen. Fachlich substanzieller ist der Reformmix der Alterssicherungskommission 2026 – bislang jedoch nur eine Empfehlung.

    Vier Kennzahlen zur Einordnung

    • 18,6 %

      Beitragssatz 2026

      Anteil des Bruttoentgelts, der an die gesetzliche Rentenversicherung fließt; je zur Hälfte von Beschäftigten und Arbeitgebern getragen.

      Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Aktuelle Daten 2026

    • 48,0 %

      Sicherungsniveau vor Steuern, bis 2031 gesetzlich stabilisiert

      Verhältnis der Standardrente nach 45 Jahren zum verfügbaren Durchschnittsentgelt – jeweils nach Sozialbeiträgen, aber vor Einkommensteuer. Keine individuelle Ersatzquote.

      Quelle: Rentenpaket 2025, Rentenversicherungsbericht 2025

    • 2,10

      Standardbeitragszahler je Standardrentner 2025

      Rechnerische Größe: beitragspflichtige Entgelte im Verhältnis zum Rentenvolumen, umgerechnet auf Standardfälle. Keine Kopfzahl realer Personen.

      Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Rentenversicherung in Zeitreihen 2025

    • 25 %

      Anteil der Bevölkerung ab 67 Jahren im Jahr 2035

      Ergebnis der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung; gilt in allen betrachteten Varianten.

      Quelle: Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung

    Abschnitt 1 · Das Grundproblem

    Das Grundproblem in einem Satz

    Mehr Rentnerinnen und Rentner + weniger Erwerbstätige = steigender Finanzierungsbedarf. Bezahlt wird er durch Beiträge, Steuern, längere Erwerbszeiten, geringere relative Rentensteigerungen oder zusätzliche Kapitalerträge. Die Kosten verschwinden nicht, wenn sie nur aus einem anderen Haushaltstopf kommen.

    So funktioniert das Umlageverfahren
    1. Beschäftigte und Arbeitgeber

      zahlen laufende Beiträge aus dem aktuellen Bruttolohn, paritätisch geteilt.

    2. Beiträge und Bundesmittel

      fließen zusammen in die Kasse der gesetzlichen Rentenversicherung.

    3. Laufende Renten

      werden daraus im selben Jahr ausgezahlt. Es gibt kein persönliches Sparkonto in der Umlagerente.

    In der gesetzlichen Rente gibt es kein persönliches Sparkonto. Die heutigen Beiträge finanzieren überwiegend die heutigen Renten; im Gegenzug entstehen Ansprüche auf spätere Zahlungen der dann Beitragszahlenden.

    Abschnitt 2 · Zeitreihen

    Entwicklung der Rente seit 1957

    Entwicklung der gesetzlichen Rente seit 1957

    Drei Kennzahlen im Zeitverlauf. Werte ab dem grau hinterlegten Bereich sind Modellrechnungen, keine Prognosen.

    Prozent des Bruttoentgelts

    • Ist-Werte (durchgezogen)
    • Modellrechnung beziehungsweise Haltelinie (gestrichelt, grauer Bereich)

    Die Definitionen des Sicherungsniveaus unterlagen im Zeitverlauf technischen Änderungen; ältere und neuere Werte sind daher nur eingeschränkt vergleichbar. Projektionen sind Modellrechnungen unter Annahmen zu Löhnen, Beschäftigung und Demografie – keine Prognosen. Zwischen den hinterlegten Stützjahren wird nicht interpoliert; die Linie verbindet nur tatsächlich vorhandene Datenpunkte.

    Der Beitragssatz lag 1997 bereits höher als heute. Die Modellrechnung des Rentenversicherungsberichts sieht ihn bis 2039 auf 21,2 Prozent steigen. Der heutige Beitragssatz ist historisch nicht außergewöhnlich hoch. Die schwierige Phase beginnt mit dem Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge. Frühere Reformen haben den Beitrag stabilisiert, indem das relative Leistungsniveau gedämpft wurde. Das Rentenpaket 2025 hält das Niveau nun bis 2031 bei 48 Prozent; danach wirkt der demografische Faktor wieder.

    Datentabelle anzeigen
    JahrBeitragssatzArt des Werts
    195714,0 %Ist
    197017,0 %Ist
    198018,0 %Ist
    199018,7 %Ist
    199720,3 %Ist
    200019,3 %Ist
    201019,9 %Ist
    201518,7 %Ist
    201818,6 %Ist
    202518,6 %Ist
    202819,8 %Modellrechnung
    203020,1 %Modellrechnung
    203921,2 %Modellrechnung

    Quelle: Deutsche Rentenversicherung, „Rentenversicherung in Zeitreihen 2025“; Rentenversicherungsbericht 2025. · Datenstand: Stand 22. August 2026 · Einheit: Prozent des Bruttoentgelts

    Abschnitt 3 · Demografie

    Die bereits sichtbare Verschiebung

    Anteil der Bevölkerung ab 67 Jahren

    Vergleich des heutigen Werts mit der Vorausberechnung für 2035.

    Prozent der Bevölkerung

    Datentabelle anzeigen
    JahrAnteil ab 67 Jahren
    202420 %
    203525 %

    Quelle: Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung · Datenstand: 2024 und 2035 · Einheit: Prozent der Bevölkerung

    2035 ist jede vierte Person mindestens 67 Jahre alt. Das gilt in allen Varianten der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung.

    Bevölkerung im Erwerbsalter: Veränderung über 40 Jahre

    Modellierte Veränderung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, Deutschland im Vergleich zum OECD-Mittel.

    Prozent

    Datentabelle anzeigen
    RegionVeränderung
    Deutschland−23 %
    OECD-Mittel−13 %

    Quelle: OECD, Pensions at a Glance 2025 – Germany · Datenstand: Vorausberechnung über 40 Jahre · Einheit: Prozent

    Zuwanderung und eine höhere Erwerbsbeteiligung dämpfen den Rückgang, beseitigen ihn aber nicht automatisch.

    Das IAB modelliert bis 2060 einen Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials um rund 5,3 Millionen beziehungsweise 11,7 Prozent.

    Produktivitäts- und Lohnwachstum helfen der Volkswirtschaft, lösen die Rentenrechnung aber nicht allein, weil mit den Löhnen auch Rentenwert und Ansprüche wachsen.

    Quellen: Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung; OECD, Pensions at a Glance 2025 – Germany; IAB Discussion Paper 5/2023.

    Abschnitt 4 · Finanzierung 2024

    Woher das Geld kommt und wohin es fließt

    Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung 2024

    Woher das Geld kommt und wohin es fließt. Die Balken zeigen den Anteil an der jeweiligen Summe.

    Milliarden Euro

    Einnahmen 2024

    Summe: 401,993 Milliarden Euro

    • Beiträge305,905 Mrd. € · 76,1 %
    • Bundeszuschüsse92,654 Mrd. € · 23,0 %
    • Sonstige Einnahmen3,434 Mrd. € · 0,9 %

    Ausgaben 2024

    Summe: 402,768 Milliarden Euro

    • Renten360,144 Mrd. € · 89,4 %
    • Zuschüsse zur Krankenversicherung28,679 Mrd. € · 7,1 %
    • Rehabilitation8,134 Mrd. € · 2,0 %
    • Verwaltung und Verfahren5,317 Mrd. € · 1,3 %
    • Sonstige Ausgaben/Rundungsdifferenz0,494 Mrd. € · 0,1 %
    Datentabelle anzeigen
    PositionBetrag in Mrd. Euro
    Einnahmen: Beiträge305,905
    Einnahmen: Bundeszuschüsse92,654
    Einnahmen: Sonstige Einnahmen3,434
    Einnahmen gesamt401,993
    Ausgaben: Renten360,144
    Ausgaben: Zuschüsse zur Krankenversicherung28,679
    Ausgaben: Rehabilitation8,134
    Ausgaben: Verwaltung und Verfahren5,317
    Ausgaben: Sonstige Ausgaben/Rundungsdifferenz0,494
    Ausgaben gesamt402,768

    Quelle: Tabellenanhang zum Rentenversicherungsbericht 2025, A5.1 und A5.2 · Datenstand: Jahr 2024 · Einheit: Milliarden Euro

    • 401,993 Mrd. €

      Gesamteinnahmen 2024

    • 402,768 Mrd. €

      Gesamtausgaben 2024

    • 44,409 Mrd. €

      Nachhaltigkeitsrücklage Ende 2024 · Saldo des Jahres: −0,775 Mrd. €

    Faktencheck · Falsch

    „Die Rentenkasse ist pleite.“

    Die Rentenversicherung zahlt im Umlageverfahren aus laufenden Beiträgen und Bundesmitteln. Ende 2024 bestanden 44,4 Milliarden Euro Nachhaltigkeitsrücklage. Das Problem ist die langfristige Belastung, nicht eine aktuelle Insolvenz.

    Quelle: Tabellenanhang zum Rentenversicherungsbericht 2025, A5.1/A5.2

    • Reguläre Bundeszuschüsse entsprachen 2024 rund 23 Prozent der Einnahmen.
    • Weiter gefasste Bundesmittel von 116,9 Milliarden Euro schließen zusätzliche Erstattungen und Beiträge für gesamtgesellschaftliche Leistungen ein.
    • „Der Bund bezahlt ein Viertel der Rente“ ist deshalb näherungsweise richtig, ohne Definition aber zu grob.
    • Die Verwaltungsausgaben betrugen nur rund 1,3 Prozent der Gesamtausgaben. Verwaltungsabbau allein kann die demografische Finanzierungslücke nicht schließen.

    Quelle: Tabellenanhang zum Rentenversicherungsbericht 2025, Tabellenblätter A5.1 und A5.2; Deutsche Rentenversicherung, „Rentenversicherung in Zeitreihen 2025“.

    Abschnitt 5 · Begriffe

    Was das Rentenniveau bedeutet – und was nicht

    • Standardrente

      Modellrente nach 45 Jahren mit Durchschnittsverdienst. Eine Rechengröße, kein üblicher Zahlbetrag.

    • Durchschnittsrente

      Durchschnittlicher Zahlbetrag realer Rentenfälle; geprägt von individuellen Erwerbsverläufen.

    • Haushaltseinkommen

      Gesetzliche Rente plus weitere Renten, Betriebsrenten, Vermögen und gegebenenfalls Einkommen des Partners.

    Faktencheck · Falsch

    „48 Prozent Rentenniveau entsprechen 48 Prozent des letzten Nettolohns.“

    Das Sicherungsniveau vergleicht eine standardisierte 45-Jahre-Rente mit dem verfügbaren Durchschnittsentgelt, jeweils nach Sozialbeiträgen, aber vor Einkommensteuer. Es ist eine Verhältniskennzahl, keine individuelle Ersatzquote.

    Quelle: Rentenversicherungsbericht 2025

    Standardrente und tatsächliche Zahlbeträge

    Die Standardrente ist eine Modellgröße nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst. Sie ist nicht die durchschnittlich ausgezahlte Rente.

    Euro pro Monat

    • Standardrente (Modellgröße)
    • Durchschnittlicher Zahlbetrag realer Rentenfälle
    Datentabelle anzeigen
    KennzahlGruppeBetrag
    Standardrente brutto, Juli 2025Standardrente1.835,55 €
    Standardrente brutto, Juli 2026Standardrente1.913,40 €
    Zahlbetrag Männer, Juli 2025Durchschnittlicher Zahlbetrag1.412 €
    Zahlbetrag Frauen, Juli 2025Durchschnittlicher Zahlbetrag970 €
    Zahlbetrag gesamt, Juli 2025Durchschnittlicher Zahlbetrag1.162 €

    Quelle: Rentenbestandsstatistik 2025; Bundesregierung zur Rentenanpassung 2026 · Datenstand: Juli 2025 und Juli 2026 · Einheit: Euro pro Monat

    Haushaltsnettoeinkommen ab 65 Jahren, 2023

    Alterseinkommen entstehen im Haushalt: gesetzliche Rente, weitere Renten, Betriebsrenten, Vermögen und Partnereinkommen.

    Euro pro Monat

    Datentabelle anzeigen
    HaushaltstypNettoeinkommen
    Alle Haushalte2.769 €
    Paare3.759 €
    Alleinstehende Männer2.213 €
    Alleinstehende Frauen1.858 €

    Quelle: Alterssicherungsbericht 2024 · Datenstand: Jahr 2023 · Einheit: Euro pro Monat

    Eine niedrige Individualrente ist kein automatischer Armutsnachweis. Sie kann beispielsweise aus kurzen Versicherungszeiten oder dem Wechsel in ein anderes Alterssicherungssystem resultieren. Umgekehrt kann ein Haushalt trotz höherer Individualrente durch hohe Wohnkosten oder fehlende weitere Einkommen armutsgefährdet sein.

    Grundsicherung im Alter, 2023

    Quote oberhalb der Regelaltersgrenze, 2023
    3,9 %
    Anteil unter Beziehenden einer gesetzlichen Altersrente, 2023
    2,9 %

    Diese Werte erfassen keine verdeckte Armut und keine Nichtinanspruchnahme von Leistungen.

    Quellen: Rentenbestandsstatistik 2025; Alterssicherungsbericht 2024; Bundesregierung zur Rentenanpassung 2026.

    Abschnitt 6 · Internationaler Vergleich

    OECD-Modellrechnung für künftige Renten – nicht mit dem deutschen 48-Prozent-Niveau verwechseln

    OECD-Modellrechnung: Kennzahlen für Deutschland im Vergleich
    KennzahlDeutschlandVergleich
    Künftige Nettoersatzrate aus Pflichtsystemen, Durchschnittsverdiener53,3 %OECD: 63,2 %
    Deutschland inklusive freiwilliger Privatvorsorge von 4 % über die volle Erwerbsbiografie68,0 %kein gleichartiger Mittelwert verfügbar
    Pflichtbeitrag zur Rente18,6 %OECD: 18,8 %
    Gender Pension Gap26 %OECD: 23 %
    Weiterarbeit unter jüngeren Rentnern 202314 %europäische OECD-Länder: 22 %

    Tabelle seitlich scrollbar.

    Die OECD berechnet standardisierte Modellkarrieren einer Person, die 2024 mit 22 Jahren in den Arbeitsmarkt eintritt und bis zum Regelalter durchgehend arbeitet.

    Die 68 Prozent setzen vier Prozent freiwilligen Sparbeitrag während der gesamten Erwerbsbiografie voraus. Das ist keine typische Ist-Rente.

    Deutschland schützt Niedrigverdienende im OECD-Vergleich relativ schwach. Die Grundrente erhöht die modellierte Ersatzrate eines Geringverdieners nur um vier Prozentpunkte; bei vergleichbaren OECD-Ländern beträgt der Abstand zum Durchschnittsverdiener im Mittel 17 Punkte.

    Quelle: OECD, Pensions at a Glance 2025 – Germany.

    Österreich-Check

    Deutschland: Rentenbeitrag
    18,6 %
    Österreich: Pensionsbeitrag
    22,8 %

    Österreich erzielt höhere modellierte Ersatzraten, hat aber höhere Beiträge, einen breiteren Versichertenkreis, andere Berechnungsregeln und zusätzliche Steuermittel.

    Faktencheck · Irreführend

    „Österreich beweist 70 bis 75 Prozent ohne Mehrkosten.“

    Höhere Leistungen sind möglich, aber nicht kostenlos: Der österreichische Beitragssatz liegt mit 22,8 Prozent 4,2 Prozentpunkte über dem deutschen Satz, dazu kommen ein breiterer Versichertenkreis und zusätzliche Steuermittel.

    Quelle: Österreichische Pensionsversicherung; OECD, Pensions at a Glance 2025

    Abschnitt 7 · Zusätzliche Vorsorge

    Riester und betriebliche Altersversorgung

    Zahl der Riester-Verträge

    Bestand an Verträgen; ruhende Verträge sind enthalten.

    Millionen Verträge

    Zwischen den Stützjahren 2017 und 2024 sind keine Werte hinterlegt; die Linie verbindet nur die vorhandenen Datenpunkte.

    Datentabelle anzeigen
    JahrVerträge in Millionen
    201716,607
    202414,981
    202514,663

    Quelle: BMAS, Entwicklung der Zahl der Riester-Verträge 2024/2025 · Datenstand: 2017 bis 2025 · Einheit: Millionen Verträge

    • Geschätzt 20 bis 25 Prozent der Verträge ruhen.
    • 2022 wurden rund 9,802 Millionen Personen gefördert, nach 10,234 Millionen im Jahr 2021. Die Daten für 2023 und 2024 sind noch unvollständig und vorläufig.
    • Rund 18,1 Millionen Menschen hatten 2023 eine aktive betriebliche Anwartschaft.
    • Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung unter sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: 53,4 Prozent 2019, 51,9 Prozent 2023.
    • Abdeckung in Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten: 25 Prozent; in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten: 86 Prozent.
    • Unter Beschäftigten mit weniger als 1.500 Euro Monatsbrutto hatten 55 Prozent weder Betriebs- noch Riester-Rente; 65 Prozent dieser Gruppe waren Frauen.

    Kapitaldeckung kann langfristig Risiken streuen, aber nicht kurzfristig die Babyboomer-Renten finanzieren. Freiwillige Vorsorge erreicht Menschen mit geringen Einkommen und Beschäftigte kleiner Unternehmen bislang besonders schlecht.

    Quellen: Entwicklung der Riester-Verträge 2024/2025; Statistik zur Riester-Förderung 2024; Alterssicherungsbericht 2024.

    Abschnitt 8 · Faktencheck

    Häufige Behauptungen im Überblick

    • Falsch„Die Rentenkasse ist pleite.“

      Die Rentenversicherung zahlt im Umlageverfahren aus laufenden Beiträgen und Bundesmitteln. Ende 2024 bestanden 44,4 Milliarden Euro Nachhaltigkeitsrücklage. Das Problem ist die langfristige Belastung, nicht eine aktuelle Insolvenz.

      Quelle: Tabellenanhang zum Rentenversicherungsbericht 2025, A5.1/A5.2

    • Falsch„48 Prozent Rentenniveau entsprechen 48 Prozent des letzten Nettolohns.“

      Das Sicherungsniveau vergleicht eine standardisierte 45-Jahre-Rente mit dem verfügbaren Durchschnittsentgelt, jeweils nach Sozialbeiträgen, aber vor Einkommensteuer. Es ist eine Verhältniskennzahl, keine individuelle Ersatzquote.

      Quelle: Rentenversicherungsbericht 2025

    • Im Kern richtig, aber erklärungsbedürftig„Fast ein Viertel der Rente wird aus Steuern bezahlt.“

      Reguläre Bundeszuschüsse machten 2024 etwa 23 Prozent der Einnahmen aus. Weiter gefasste Bundesmittel liegen höher. Ohne Definition ist die Aussage zu grob.

      Quelle: Tabellenanhang zum Rentenversicherungsbericht 2025

    • Irreführend„Mehr Wachstum löst das Problem.“

      Höhere Löhne erhöhen zunächst die Beitragseinnahmen, später aber auch Rentenwert und Rentenansprüche.

      Quelle: Rentenversicherungsbericht 2025; Sozialbeirat, Gutachten 2025

    • Übertrieben„Beamte und Selbstständige einzubeziehen saniert die Rente.“

      Das verbreitert die Basis und verbessert die Gleichbehandlung, erzeugt aber neue Ansprüche; bei Beamten entstehen zusätzlich erhebliche Übergangskosten.

      Quelle: Alterssicherungsbericht 2024; ifo Institut 2025

    • Falsch„Aktien retten kurzfristig die Rente.“

      Ein Kapitalstock benötigt eine lange Ansparphase; umgeleitete Beiträge fehlen zunächst im Umlagesystem.

      Quelle: Bericht der Alterssicherungskommission 2026

    • Falsch„Zuwanderung allein stabilisiert die Rente.“

      Sie dämpft den Rückgang nur bei dauerhafter und erfolgreicher Arbeitsmarktintegration; auch Zugewanderte erwerben eigene Rentenansprüche.

      Quelle: IAB Discussion Paper 5/2023; 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung

    • Falsch als Pauschalaussage„Eine niedrige Rente bedeutet automatisch Altersarmut.“

      Entscheidend sind Haushaltseinkommen, weitere Vorsorge, Vermögen und Wohnkosten. Die Grundsicherungsquote oberhalb der Regelaltersgrenze lag 2023 bei 3,9 Prozent.

      Quelle: Alterssicherungsbericht 2024

    • Irreführend„Österreich beweist 70 bis 75 Prozent ohne Mehrkosten.“

      Höhere Leistungen sind möglich, aber nicht kostenlos: Der österreichische Beitragssatz liegt mit 22,8 Prozent 4,2 Prozentpunkte über dem deutschen Satz, dazu kommen ein breiterer Versichertenkreis und zusätzliche Steuermittel.

      Quelle: Österreichische Pensionsversicherung; OECD, Pensions at a Glance 2025

    Abschnitt 9 · Parteiencheck

    Die Rentenversprechen der Wahlprogramme 2025

    Alle sieben Parteien werden nach demselben Schema geprüft: Versprechen im offiziellen Programm, sinnvolle Bausteine, Finanzierungslücke beziehungsweise Zielkonflikt und ein ausdrücklich als redaktionell gekennzeichnetes Gesamturteil. Es gibt keine Punktzahl und keine Schulnoten.

    Redaktionelles Gesamturteil

    Unter den Wahlprogrammen 2025 boten Grüne und FDP die relevantesten Strukturreformen – mit unterschiedlichen Stärken und erheblichen Lücken. Keine Partei legte eine vollständig solide Finanzierung vor. Die Grünen waren beim Instrumentenmix und sozialen Ausgleich breiter; die FDP bei Lebensarbeitszeit und Kapitaldeckung demografisch konsequenter.

    • CDU/CSU

      Nur teilweise seriös
      Versprechen
      Geltende Altersgrenze, keine Rentenkürzung, Aktivrente mit bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfreiem Erwerbseinkommen nach der Regelaltersgrenze, Frühstart-Rente mit zehn Euro monatlich vom 6. bis 18. Lebensjahr, Stabilisierung durch Wachstum.
      Sinnvolle Bausteine
      Anreize zur freiwilligen Weiterarbeit; frühe Kapitalbildung.
      Finanzierungslücke oder Zielkonflikt
      Wachstum ist keine vollständige Rentenfinanzierung. Die Frühstart-Rente wirkt erst sehr langfristig. Die Aktivrente hilft gesundheitlich belasteten und einkommensarmen Gruppen nicht zielgenau.
      Redaktionelles Urteil
      Ergänzende Instrumente, aber im Wahlprogramm keine belastbare Langfristrechnung.

      Bewertungskategorie: Nur teilweise seriös

    • SPD

      Nur teilweise seriös
      Versprechen
      Dauerhaft mindestens 48 Prozent Rentenniveau, keine weitere Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters, abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren, schrittweise Einbeziehung aller Erwerbstätigen.
      Sinnvolle Bausteine
      Klares Leistungsziel; Absicherung bislang ungeschützter Selbstständiger.
      Finanzierungslücke oder Zielkonflikt
      48 Prozent ohne längere Erwerbszeit verlagern die Alterungskosten auf Beiträge und Steuern. Das ifo Institut modellierte für diese Konstellation 22,7 Prozent Beitragssatz im Jahr 2045.
      Redaktionelles Urteil
      Sozialpolitisch konsistent, finanziell nur teilweise seriös: Die Verteilung der Mehrkosten bleibt offen.

      Bewertungskategorie: Nur teilweise seriös

    • Bündnis 90/Die Grünen

      Vergleichsweise substanziell, aber lückenhaft
      Versprechen
      48 Prozent Niveau, keine Altersgrenze über 67, freiwillig längere Arbeit, Erwerbstätigenversicherung, Garantierente, öffentlich verwalteter Bürgerfonds und kostengünstige Standardvorsorge.
      Sinnvolle Bausteine
      Breitester Instrumentenmix; stärkere Zielgenauigkeit für geringe Einkommen; günstige Kapitalanlage.
      Finanzierungslücke oder Zielkonflikt
      Übergangskosten bei Einbeziehung von Beamten und beim Aufbau des Fonds nicht vollständig beziffert; keine demografische Anpassung der Altersgrenze.
      Redaktionelles Urteil
      Vergleichsweise am substanziellsten, aber lückenhaft finanziert.

      Bewertungskategorie: Vergleichsweise substanziell

    • FDP

      Strukturell plausibel, unvollständig
      Versprechen
      Flexibler Renteneintritt nach schwedischem Vorbild, frühere Rente mit geringerer und spätere Rente mit höherer Leistung; gesetzliche Aktienrente und Altersvorsorgedepot.
      Sinnvolle Bausteine
      Reagiert auf die Lebensarbeitszeit und nutzt langfristige Kapitaldeckung.
      Finanzierungslücke oder Zielkonflikt
      Die Umleitung heutiger Beiträge erzeugt zunächst eine Lücke im Umlagesystem; Übergangsfinanzierung und sozialer Härteschutz bleiben offen.
      Redaktionelles Urteil
      Strukturell plausibel, aber als Finanzierungs- und Gerechtigkeitskonzept unvollständig.

      Bewertungskategorie: Vergleichsweise substanziell

    • Die Linke

      Nicht tragfähig belegt
      Versprechen
      Erwerbstätigenversicherung, Verdopplung der Beitragsbemessungsgrenze, Rentenniveau 53 Prozent, Aufwertung niedriger Löhne, solidarische Mindestrente um 1.400 Euro, Regelalter 65 und abschlagsfreier Ruhestand nach 40 Beitragsjahren ab 60, keine Aktienrente.
      Sinnvolle Bausteine
      Benennt zusätzliche Einnahmequellen und adressiert lange Niedriglohnbiografien.
      Finanzierungslücke oder Zielkonflikt
      Deutlich höhere Leistungen und frühere Rentenzugänge erhöhen Ausgaben und Bezugsdauer stark. Neue Beitragszahlende erwerben später eigene Ansprüche.
      Redaktionelles Urteil
      Ehrlicher bei der Umverteilung, aber in der Gesamtrechnung nicht tragfähig belegt.

      Bewertungskategorie: Nicht tragfähig belegt

    • AfD

      Weitgehend Luftschloss
      Versprechen
      Orientierung an mehr als 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens und an Österreich, höhere Bundeszuschüsse, Einbeziehung von Politikern und Beamten, Steuersenkungen zum Ausgleich steigender Beiträge, abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren sowie weitere Familienleistungen.
      Sinnvolle Bausteine
      Eine breitere Versicherung und eine klare Steuerfinanzierung gesamtgesellschaftlicher Leistungen sind grundsätzlich diskutierbar.
      Finanzierungslücke oder Zielkonflikt
      Die Partei vermischt nicht vergleichbare Rentenkennzahlen. Sie verspricht höhere Leistungen und Zuschüsse, gleichzeitig aber Steuerentlastungen. Die Einbeziehung von Politikern ist finanziell nahezu bedeutungslos; Österreich erhebt 22,8 Prozent Beitrag.
      Redaktionelles Urteil
      Weitgehend Luftschloss: sehr hohes Leistungsversprechen ohne konsistenten Finanzierungspfad.

      Bewertungskategorie: Nicht tragfähig belegt

    • BSW

      Luftschloss
      Versprechen
      Mindestens 75 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens, Mindestrenten von 1.500 Euro nach 40, 1.300 Euro nach 30 und 1.200 Euro nach 15 Beitragsjahren, sofort 120 Euro mehr für alle Renten, abschlagsfrei ab 63 nach 45 Jahren, Umlage statt Aktienvorsorge.
      Sinnvolle Bausteine
      Armutsprävention und eine breitere Versicherung als Ziel.
      Finanzierungslücke oder Zielkonflikt
      Sehr hohe Leistungen, früher Rentenzugang und ein pauschaler Zuschlag ohne bezifferte höhere Beiträge oder ausreichende Steuerfinanzierung. Die Einbeziehung weniger politischer Amtsträger trägt die Kosten nicht.
      Redaktionelles Urteil
      Luftschloss: österreichische Leistungsziele ohne österreichische Beitragsrechnung.

      Bewertungskategorie: Nicht tragfähig belegt

    Vergleichsmatrix der Rentenpläne
    ParteiSinnvoller KernGrößte LeerstelleUrteil
    CDU/CSUAktivrente, frühe KapitalbildungWachstum und sehr späte Wirkung ersetzen keine FinanzierungNur teilweise seriös
    SPDNiveauziel, Selbstständige einbeziehenDauerhafte Kosten ohne längere ErwerbszeitNur teilweise seriös
    GrüneErwerbstätigenversicherung, Armutsfokus, FondsÜbergangskosten und AltersgrenzeVergleichsweise substanziell, aber lückenhaft
    FDPFlexibler Eintritt, KapitaldeckungÜbergangslücke und sozialer SchutzStrukturell plausibel, unvollständig
    LinkeZusätzliche Einnahmen, NiedriglohnschutzHohe Leistungen plus früher RuhestandNicht tragfähig belegt
    AfDBreitere Versicherung als TeilideeWidersprüchliche Steuer- und LeistungsversprechenWeitgehend Luftschloss
    BSWMindestsicherung als ZielHohe Leistungen ohne BeitragsrechnungLuftschloss

    Tabelle seitlich scrollbar.

    Quellen: Offizielle Wahlprogramme 2025 von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke, AfD und BSW; ergänzend ifo Institut, Analyse der Rentenversprechen 2025.

    Abschnitt 10 · Status

    Was seit der Wahl gilt – und was nur vorgeschlagen ist

    Geltendes Recht seit 1. Januar 2026
    • Rentenniveau von 48 Prozent bis Juli 2031 stabilisiert.
    • Mütterrente III: vollständige Angleichung der Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder.
    • Weiterbeschäftigung beim bisherigen Arbeitgeber nach der Regelaltersgrenze erleichtert.
    • Mehrkosten aus Haltelinie und Mütterrente werden vom Bund erstattet.

    Mehrkosten der 48-Prozent-Haltelinie

    Vom Bund zu erstattende Mehrkosten nach Modellrechnung. Werte sind keine Ist-Ausgaben.

    Milliarden Euro pro Jahr

    Datentabelle anzeigen
    JahrMehrkosten
    20292,0 Mrd. €
    203110,1 Mrd. €
    203914,1 Mrd. €

    Quelle: Deutscher Bundestag, Rentenpaket 2025; Rentenversicherungsbericht 2025 · Datenstand: Modellrechnung 2029 bis 2039 · Einheit: Milliarden Euro pro Jahr

    Mütterrente III

    • 2028 einschließlich rückwirkender Ansprüche: rund 10 Milliarden Euro.
    • Danach ungefähr 5 Milliarden Euro jährlich.

    Das ist Leistungssicherung, noch keine dauerhafte Nachhaltigkeitsreform. Die Finanzierung aus dem Bundeshaushalt verlagert die Kosten zu den Steuerzahlenden.

    Vorschlag – noch nicht beschlossen

    Empfehlungen der Alterssicherungskommission vom Juni 2026

    • Obligatorische gesetzliche Kapitalrente mit individuellen Konten.
    • Zusätzlicher, paritätisch finanzierter Beitrag von insgesamt zwei Prozent, schrittweise Einführung möglichst ab 2028.
    • Einbeziehung neuer, nicht anderweitig abgesicherter Selbstständiger und weiterer Gruppen.
    • Nach 2031 Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung im Verhältnis 2:1; nach heutiger Annahme Anstieg von 67 auf etwa 67,5 Jahre zwischen 2031 und 2041.
    • Abschaffung der pauschalen abschlagsfreien Sonderrente für besonders langjährig Versicherte mit Vertrauensschutz.
    • Zielgerichteter Schutz für gesundheitlich eingeschränkte langjährig Beschäftigte.
    • Mindestalter für eine vorzeitige Altersrente mit Abschlägen zunächst von 63 auf 64 Jahre.
    • Rückkehr und moderate Verstärkung des Nachhaltigkeitsfaktors nach 2031.
    Projektion nach geltendem Recht, DRV-Frühjahrsrechnung 2026 – Modellrechnung, keine Prognose.
    JahrBeitragssatzSicherungsniveau
    203120,2 %48,0 %
    204021,1 %46,4 %
    205021,4 %46,1 %

    Die Kommission verteilt die Last sichtbarer auf Beiträge, längere Erwerbszeiten, das relative Leistungsniveau und Kapitalerträge. Das ist fachlich substanzieller als die Wahlversprechen, aber keine Gratislösung. Der zusätzliche Kapitalbeitrag belastet heutige Einkommen, ein höheres Rentenalter trifft Berufe unterschiedlich und Kapitalerträge helfen erst langfristig.

    Quellen: Deutscher Bundestag, Rentenpaket 2025; BMAS und Bericht der Alterssicherungskommission 2026; Bundesregierung.

    Abschnitt 11 · Maßstab

    Was eine seriöse Reform enthalten müsste

    1. 1

      Kosten offenlegen

      Für jede Maßnahme jährliche Kosten, Beitragswirkung, Steuerbedarf und Verteilung nach Generationen ausweisen.

    2. 2

      Erwerbszeiten differenziert verlängern

      Moderate Lebenserwartungskopplung plus Schutz für gesundheitlich belastete Menschen.

    3. 3

      Versicherung verbreitern

      Nicht abgesicherte Selbstständige verpflichtend einbeziehen; Übergangskosten einer Erwerbstätigenversicherung transparent machen.

    4. 4

      Niedrige Alterseinkommen gezielt stärken

      Lange Niedriglohn-, Pflege- und Erziehungszeiten besser absichern statt nur pauschal alle Renten anzuheben.

    5. 5

      Kapitaldeckung günstig und breit streuen

      Öffentlich reguliertes Standardprodukt mit niedrigen Kosten und Zuschüssen für geringe Einkommen; Übergangsfinanzierung offen ausweisen.

    6. 6

      Mehr Beschäftigung ermöglichen

      Kinderbetreuung, Integration, qualifizierte Zuwanderung, weniger unfreiwillige Teilzeit, altersgerechte Arbeit und flexible Teilrenten.

    Schlussurteil

    Ein vorhersehbarer Verteilungskonflikt

    Deutschlands Rentenproblem ist kein plötzliches Kassenloch, sondern ein vorhersehbarer Verteilungskonflikt. Das heutige Leistungsniveau kann gehalten werden – aber nur mit höheren Beiträgen oder Steuern und/oder längerer Arbeit. Kapitaldeckung kann langfristig helfen, finanziert aber nicht rückwirkend die Babyboomer.

    Keine Partei darf gleichzeitig höhere Renten, unveränderte oder niedrigere Altersgrenzen, geringere Abgaben und einen größeren Bundeszuschuss als kostenlose Lösung verkaufen. In den Wahlprogrammen 2025 kamen AfD und BSW diesem Luftschloss am nächsten. Grüne und FDP boten die plausibelsten Strukturbausteine, aber ebenfalls keine vollständige Rechnung. Der Reformmix der Alterssicherungskommission 2026 ist fachlich überzeugender – entscheidend ist nun, was davon tatsächlich, sozial ausgewogen und nachvollziehbar finanziert beschlossen wird.

    Methodik & Grenzen
    • Die Analyse verwendet vorrangig amtliche Daten, Berichte der Deutschen Rentenversicherung, OECD-Daten und offizielle Parteiprogramme.
    • Modellrechnungen sind keine sicheren Prognosen. Sie hängen unter anderem von Löhnen, Beschäftigung, Geburten, Lebenserwartung und Nettozuwanderung ab.
    • Nominale Eurobeträge aus verschiedenen Jahren sind ohne Inflationsbereinigung nicht direkt vergleichbar.
    • Standardrente, durchschnittlicher Rentenzahlbetrag, Haushaltseinkommen, deutsches Sicherungsniveau und OECD-Ersatzrate messen unterschiedliche Sachverhalte.
    • Die Parteienbewertung folgt einem transparenten Maßstab: Reaktion auf Demografie, benannte Einnahmen, Schutz niedriger Einkommen, Risikostreuung und nachvollziehbare Übergangsfinanzierung.
    • Politische Wertungen bleiben als redaktionelle Einordnung erkennbar und sind von Tatsachenangaben getrennt ausgewiesen.

    Transparenz

    Quellen

    Vorrangig ausgewertete Unterlagen

    1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Rentenversicherungsbericht 2025 (2025)
    2. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Tabellenanhang zum Rentenversicherungsbericht 2025, insbesondere A5.1, A5.2 und A4.1 (2025)
    3. Deutsche Rentenversicherung Bund: Rentenversicherung in Zeitreihen 2025 (2025)
    4. Deutsche Rentenversicherung Bund: Rentenversicherung in Zahlen 2025 (2025)
    5. Deutsche Rentenversicherung Bund: Aktuelle Daten 2026 (2026)
    6. Sozialbeirat: Gutachten zum Rentenversicherungsbericht 2025 (2025)
    7. Bundesregierung / BMAS: Alterssicherungsbericht 2024 (2024)
    8. Deutsche Rentenversicherung: Rentenbestandsstatistik 2025 (2025)
    9. Bundesministerium der Finanzen: Statistik zur Riester-Förderung 2024 (2024)Daten für 2023 und 2024 sind vorläufig.
    10. BMAS: Entwicklung der Zahl der Riester-Verträge 2024/2025 (2025)
    11. IAB: Discussion Paper 5/2023 – Stochastic Forecasting of Labor Supply and Population (2023)
    12. CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke, AfD, BSW: Offizielle Wahl- und Regierungsprogramme zur Bundestagswahl 2025 (2025)
    13. CDU/CSU und SPD: Koalitionsvertrag 2025 (2025)

    Ergänzende Onlinequellen

    1. OECD: Pensions at a Glance 2025 – Germany (2025)
    2. OECD: Net pension replacement rates (2025)
    3. Statistisches Bundesamt: 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung (2025)
    4. Deutscher Bundestag: Beschluss zum Rentenpaket 2025 (2025)
    5. Bundesregierung: Rentenanpassung 2026 (2026)
    6. BMAS: Rentenkommission 2026 (2026)
    7. Bundesregierung: Bericht der Alterssicherungskommission 2026 (2026)
    8. ifo Institut: Parteien haben keine Idee zur Finanzierung der Rente (2025)
    9. Österreichische Pensionsversicherung: Beitragssatz der Pensionsversicherung (2025)
    10. CDU: Rentenpolitische Vorschläge (2025)
    11. SPD: Regierungsprogramm 2025 (2025)
    12. Bündnis 90/Die Grünen: Regierungsprogramm 2025 (2025)
    13. FDP: Wahlprogramm 2025 – Rente (2025)
    14. Die Linke: Rente (2025)
    15. AfD: Bundestagswahlprogramm 2025 (2025)
    16. BSW: Bundestagswahlprogramm 2025 (2025)

    Einzelne Berichte liegen nur als amtliche PDF-Veröffentlichung vor und sind ohne stabilen Onlinelink zitiert. Sie sind über die jeweilige Institution abrufbar.