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    Funktioniert Integration in Deutschland?

    Autor:
    politfacts
    Veröffentlicht:
    28. Juli 2026
    Letzte Aktualisierung:
    28. Juli 2026
    Lesedauer:
    ca. 6 Minuten
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    Worum geht es hier?

    Integration ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein Verlauf über Jahre. Die Daten des Berichts zeigen deutliche Fortschritte in einigen Bereichen und fortbestehende Defizite in anderen.

    • Wie sich Beschäftigung mit der Aufenthaltsdauer entwickelt.
    • Was die Daten zu Sprache und Bildung aussagen.
    • Wo Fortschritte messbar sind und wo Defizite bleiben.
    • Warum sich Gruppen stark unterscheiden.
    • Warum eine einzelne Kennzahl Integration nicht abbilden kann.

    Kurz erklärt

    Der Bericht kommt zu einem differenzierten Ergebnis: Es gibt substanzielle Fortschritte bei Beschäftigung, sozialversicherungspflichtiger Arbeit, Sprache und sinkendem Leistungsbezug mit wachsender Aufenthaltsdauer.

    Gleichzeitig bestehen Defizite: niedrige Erwerbsbeteiligung bestimmter Gruppen – besonders vieler geflüchteter Frauen –, hohe Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit, fehlende formale Berufsabschlüsse und unterwertige Beschäftigung.

    Herkunft und Aufenthaltsdauer verändern die Ergebnisse erheblich; pauschale Aussagen über „Migranten“ sind laut Bericht nicht belastbar.

    Integration verläuft je nach Lebensbereich unterschiedlich schnell – Arbeit, Bildung und Sprache entwickeln sich nicht im Gleichschritt.

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Erwerbstätigkeit Geflüchteter (Zuzug 2013–2019) steigt von 7 Prozent im ersten Jahr auf 68 Prozent nach acht oder mehr Jahren; Vergleichswert Gesamtbevölkerung: 77 Prozent.

    • Auch die Qualität der Arbeit verbessert sich mit der Zeit: Bei ukrainischen Geflüchteten stieg der Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung von 68 Prozent nach einem Jahr auf 86 Prozent nach 42 Monaten.

    • Große Unterschiede nach Geschlecht: In der 2015er-Kohorte waren 2024 76 Prozent der Männer, aber 35 Prozent der Frauen abhängig beschäftigt.

    • Sprache: 77,7 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte sprechen zu Hause zumindest auch Deutsch. Bei direkten Nachkommen liegt der Anteil ohne Deutsch bei 7,5 Prozent, bei selbst Eingewanderten bei 27,2 Prozent.

    • Bildung ist polarisiert: 16,9 Prozent ohne allgemeinen Schulabschluss (ohne Einwanderungsgeschichte: 1,9 Prozent), zugleich 30,4 Prozent mit Abitur (gegenüber 28,2 Prozent).

    • Fortschritt und Bedarf bestehen gleichzeitig: Beschäftigungsquoten stiegen 2025, zugleich lagen die Arbeitslosenquoten bei 27,9 (TOP-8-Asylherkunftsländer) und 39,7 Prozent (Ukraine).

    Zahlen & Fakten

    Die Datenlage

    Erwerbstätigkeit nach acht oder mehr Jahren
    68 %

    Geflüchtete mit Zuzug 2013–2019; im ersten Jahr waren es 7 Prozent

    Sozialversicherungspflichtig beschäftigt
    90 %

    Anteil unter den abhängig Beschäftigten der 2015er-Fluchtkohorte

    Sprechen zu Hause zumindest auch Deutsch
    77,7 %

    21,5 % ausschließlich, 12,1 % vorwiegend, 44,1 % neben anderen Sprachen (Mikrozensus 2025)

    Anteil mit Abitur
    30,4 %

    Menschen mit Einwanderungsgeschichte; ohne Einwanderungsgeschichte: 28,2 Prozent

    Ohne berufsqualifizierenden Abschluss
    38,6 %

    Ohne Einwanderungsgeschichte: 10,5 Prozent – die größte Lücke im mittleren Bildungssegment

    In der Rentenversicherung pflichtversichert
    11,471 Mio.

    Menschen mit Einwanderungsgeschichte, Selbstauskunft Mikrozensus 2025; weitere 434.000 freiwillig versichert

    Erwerbstätigkeit nach Aufenthaltsdauer

    Geflüchtete mit Zuzug 2013 bis 2019

    Prozent

    Der stärkste im Bericht dokumentierte Zusammenhang. Nach acht oder mehr Jahren waren 86 Prozent der Männer, aber 33 Prozent der Frauen erwerbstätig. Vergleichswert Gesamtbevölkerung: 77 Prozent.

    Quelle: IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026.

    Zwei Fluchtkohorten im Verlauf

    Abhängige Beschäftigung ukrainischer Geflüchteter nach Aufenthaltsmonaten

    Prozent

    Die Marke von 50 Prozent wurde hier nach dreieinhalb Jahren erreicht, bei der 2015er-Kohorte nach etwa sechs Jahren. Die Reihen beruhen auf unterschiedlichen Kohorten, Definitionen und Beobachtungszeiträumen und sind nicht direkt vergleichbar.

    Quelle: IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026.

    Qualität der Beschäftigung im Zeitverlauf

    Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung unter den abhängig Beschäftigten

    Prozent

    Für syrische Staatsangehörige weist die BA im September 2024 236.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bei insgesamt 287.000 Beschäftigten aus.

    Quelle: IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026; BA-Beschäftigungsstatistik.

    Zu Hause vorwiegend gesprochene Sprache

    Menschen mit Einwanderungsgeschichte, Mikrozensus 2025

    Prozent

    Der Mikrozensus erfasst die zu Hause vorwiegend gesprochene Sprache, nicht die individuelle Deutschkompetenz. Bei direkten Nachkommen liegt der Anteil ohne Deutsch im häuslichen Sprachgebrauch bei 7,5 Prozent, bei selbst Eingewanderten bei 27,2 Prozent.

    Quelle: Destatis, Mikrozensus 2025.

    Schulische Abschlüsse 2025

    Personen, die sich nicht mehr in schulischer Ausbildung befinden

    Prozent

    • ohne Schulabschluss
    • mit Abitur

    Direkte Nachkommen schneiden bei fehlenden Abschlüssen deutlich besser ab als selbst Eingewanderte. Die Querschnittsdifferenz ist nicht allein als Wirkung des Aufenthalts in Deutschland lesbar – Nachkommen sind im Durchschnitt jünger.

    Quelle: Destatis, Mikrozensus 2025, Tabellen 12211-17 und 12211-20; eigene Anteilsberechnungen.

    Berufliche Abschlüsse 2025

    Personen außerhalb laufender beruflicher Ausbildung

    Prozent

    • ohne Berufsabschluss
    • akademischer Abschluss

    Die große Differenz liegt vor allem im mittleren, nicht akademischen Berufsbildungssegment. Ein Durchschnittswert würde die Polarisierung verdecken.

    Quelle: Destatis, Mikrozensus 2025, Tabellen 12211-17 und 12211-20; eigene Anteilsberechnungen.

    Was bedeuten diese Zahlen?

    Integration braucht Zeit, weil sie aus vielen einzelnen Schritten besteht: ankommen, Sprache lernen, Abschlüsse klären, eine Stelle finden, sie halten und schließlich eine Tätigkeit erreichen, die zur eigenen Qualifikation passt. Jeder dieser Schritte dauert – und sie bauen aufeinander auf.

    Das zeigt sich am deutlichsten bei der Arbeit. Bei den 2013 bis 2019 zugezogenen Geflüchteten lag die Erwerbstätigenquote im ersten Jahr bei 7 Prozent, nach vier Jahren bei 39, nach sechs Jahren bei 57, nach sieben Jahren bei 63 und nach acht oder mehr Jahren bei 68 Prozent. Der Vergleichswert der Gesamtbevölkerung liegt bei 77 Prozent. Eine Momentaufnahme kurz nach dem Zuzug sagt daher wenig darüber aus, wie derselbe Personenkreis Jahre später dasteht.

    Auch die Art der Beschäftigung verändert sich. 90 Prozent der abhängig Beschäftigten der 2015er-Kohorte waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei ukrainischen Geflüchteten stieg dieser Anteil von 68 Prozent nach einem Jahr auf 86 Prozent nach 42 Monaten. Bei syrischen Geflüchteten stieg das Anforderungsniveau: Sieben Jahre nach dem Zuzug arbeiteten 61 Prozent auf Fachkraftniveau und 15 Prozent auf Spezialisten- oder Expertenniveau, 25 Prozent im Helferbereich – vor der Flucht lagen die Anteile bei 66, 25 und 9 Prozent.

    Was Integration erleichtert, lässt sich aus den Daten ablesen, auch wenn der Bericht die einzelnen Ursachen nicht exakt gewichtet: Aufenthaltsdauer, Deutschkenntnisse, ein anerkannter Abschluss und ein rechtlich offener Arbeitsmarktzugang gehen mit besseren Ergebnissen einher. Erschwerend wirken fehlende formale Berufsabschlüsse, ungeklärte Anerkennung, Betreuungsaufgaben, gesundheitliche Belastungen und ein unsicherer Rechtsstatus. Der Bericht stuft das Zusammenwirken dieser Faktoren ausdrücklich als nur eingeschränkt bestimmbar ein.

    Bei der Sprache ist die Datenlage begrenzt. Der Mikrozensus erfasst nur, welche Sprache zu Hause vorwiegend gesprochen wird – nicht, wie gut jemand Deutsch spricht. 21,5 Prozent sprechen zu Hause ausschließlich Deutsch, 12,1 Prozent vorwiegend Deutsch, 44,1 Prozent Deutsch neben mindestens einer weiteren Sprache und 22,3 Prozent ausschließlich andere Sprachen. Der Generationenunterschied ist deutlich: Bei direkten Nachkommen liegt der Anteil ohne Deutsch im häuslichen Gebrauch bei 7,5 Prozent, bei selbst Eingewanderten bei 27,2 Prozent. Für ukrainische Geflüchtete dokumentiert die IAB-BAMF-SOEP-Befragung eine deutliche Verbesserung der selbst eingeschätzten Deutschkenntnisse.

    In der Bildung zeigen die Zahlen zwei Enden gleichzeitig. 16,9 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte haben keinen allgemeinen Schulabschluss (ohne Einwanderungsgeschichte: 1,9 Prozent), zugleich haben 30,4 Prozent Abitur – etwas mehr als die 28,2 Prozent ohne Einwanderungsgeschichte. Bei den Berufsabschlüssen ist die Lücke größer: 38,6 gegenüber 10,5 Prozent ohne berufsqualifizierenden Abschluss, während akademische Abschlüsse mit 23,4 zu 23,2 Prozent fast gleichauf liegen. Die Differenz liegt also vor allem im mittleren Berufsbildungssegment.

    Ein Abschluss allein genügt nicht. Unter ukrainischen Geflüchteten hatten rund 75 Prozent einen beruflichen oder Hochschulabschluss und fast 90 Prozent umfangreiche Berufserfahrung, doch bis 2023/2024 hatte nur etwa ein Fünftel einen Anerkennungsantrag gestellt; 73 Prozent berichteten weiteren Informations- oder Unterstützungsbedarf. 57 Prozent der beschäftigten Frauen und 50 Prozent der Männer arbeiteten unterhalb des Niveaus ihrer letzten Tätigkeit in der Ukraine.

    Gesellschaftliche Teilhabe zeigt sich in den Daten vor allem über Arbeit, Bildung, Sprache und Absicherung. 11,471 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte gaben 2025 an, in der Rentenversicherung pflichtversichert zu sein, weitere 434.000 freiwillig. Unter den Personen mit verwertbarer Angabe waren 71,0 Prozent pflichtversichert, gegenüber 73,5 Prozent ohne Einwanderungsgeschichte. Zugleich sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Handel, Gastgewerbe, Verkehr, produzierendem Gewerbe und Bau überproportional, in der öffentlichen Verwaltung deutlich unterproportional vertreten und arbeiten häufiger samstags, sonntags, in Schicht und ausschließlich geringfügig. Weitergehende Indikatoren gesellschaftlicher Teilhabe – etwa Vereins- oder politisches Engagement – behandelt der Bericht nicht; dazu liegt hier keine Aussage vor.

    Dass Fortschritt und Problemlagen nebeneinander bestehen, ist kein Widerspruch. Die Beschäftigungsquoten der TOP-8-Asylherkunftsländer (49,2 Prozent) und der Ukraine (36,6 Prozent) stiegen gegenüber dem Vorjahr, während die Arbeitslosenquoten im Herbst 2025 bei 27,9 beziehungsweise 39,7 Prozent und die SGB-II-Hilfequoten bei 38,4 beziehungsweise 51,9 Prozent lagen. Die Gruppen wuchsen, viele Personen wechselten aus Sprachkursen oder Maßnahmen in die Arbeitslosmeldung, und ein Teil nahm gleichzeitig Beschäftigung auf.

    Das Fazit des Berichts ist deshalb weder ein Ja noch ein Nein: Integration ist messbar und macht mit der Aufenthaltsdauer erkennbare Fortschritte, verläuft aber nicht in allen Bereichen und nicht für alle Gruppen gleich schnell. Wie groß der Beitrag am Arbeitsmarkt insgesamt ausfällt, ist Thema der nächsten Wissensseite.

    Was wir sicher wissen

    • Beschäftigung, sozialversicherungspflichtige Erwerbsarbeit, Sprache und sinkender Leistungsbezug entwickeln sich mit wachsender Aufenthaltsdauer nachweislich positiv.
    • Erwerbstätigenquote Geflüchteter (Zuzug 2013–2019): 7 Prozent nach einem Jahr, 39 nach vier, 57 nach sechs, 63 nach sieben und 68 Prozent nach acht oder mehr Jahren.
    • Bei ukrainischen Geflüchteten stieg die abhängige Beschäftigung von 12 Prozent nach sechs Monaten auf 50 Prozent nach 42 Monaten, der SvB-Anteil von 68 auf 86 Prozent.
    • 90 Prozent der abhängig Beschäftigten der 2015er-Kohorte waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
    • Die Bildungsstruktur ist polarisiert: 16,9 Prozent ohne Schulabschluss und 30,4 Prozent mit Abitur; 38,6 Prozent ohne Berufsabschluss, aber 23,4 Prozent mit akademischem Abschluss.
    • Sprachgebrauch 2025: 21,5 Prozent ausschließlich Deutsch, 12,1 Prozent vorwiegend Deutsch, 44,1 Prozent Deutsch und andere Sprachen, 22,3 Prozent ausschließlich andere Sprachen.
    • Die Defizite liegen laut Bericht bei niedriger Erwerbsbeteiligung bestimmter Gruppen – besonders vieler geflüchteter Frauen –, hoher Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit, fehlenden Berufsabschlüssen und unterwertiger Beschäftigung.

    Was wir nicht sicher wissen

    • Wie stark Sprache, Anerkennung, Betreuung, Gesundheit und Rechtsstatus jeweils zum Ergebnis beitragen, ist nicht bestimmt – der Bericht stuft dies als Evidenzstufe C ein.
    • Ob sich die beobachteten Integrationsverläufe bei künftigen Zuzugskohorten wiederholen, lässt sich mit den ausgewerteten Daten nicht belegen.
    • Zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung und zu künftigen politischen Rahmenbedingungen enthält das Integrationskapitel keine Aussagen. Dazu liegt hier keine Aussage vor.
    • Die individuelle Deutschkompetenz ist amtlich nicht erfasst; der Mikrozensus misst nur die zu Hause vorwiegend gesprochene Sprache.
    • Aktuelle Steuerbeiträge nach Einwanderungsgeschichte, Fluchtstatus, Herkunft und Aufenthaltsdauer sind nicht quantifizierbar (Evidenzstufe D); Beitragssummen sind nur indirekt belegt.
    • Die Bildungsunterschiede zwischen Generationen sind Querschnittsdaten und nicht allein als Wirkung des Aufenthalts in Deutschland interpretierbar.
    • Indikatoren gesellschaftlicher Teilhabe jenseits von Arbeit, Bildung, Sprache und Absicherung werden im Bericht nicht behandelt.

    Warum diese Antwort nicht ganz einfach ist

    Integration lässt sich nicht mit einer einzigen Kennzahl bewerten. Wer nur die Beschäftigungsquote betrachtet, übersieht Bildung und Sprache; wer nur die Arbeitslosenquote betrachtet, übersieht den Verlauf über die Jahre. Erst mehrere Ebenen zusammen ergeben ein belastbares Bild.

    1. 01

      Arbeit entwickelt sich langsam, aber stetig

      Zwischen 7 Prozent Erwerbstätigkeit im ersten Jahr und 68 Prozent nach acht oder mehr Jahren liegt derselbe Personenkreis – nur zu verschiedenen Zeitpunkten. Momentaufnahmen sagen wenig über den Verlauf aus.

    2. 02

      Bildung zeigt zwei Enden gleichzeitig

      16,9 Prozent ohne Schulabschluss und zugleich 30,4 Prozent mit Abitur: Ein Durchschnittswert würde beide Realitäten verdecken. Die eigentliche Lücke liegt im mittleren Berufsbildungssegment.

    3. 03

      Sprache ist nur teilweise messbar

      Amtlich erfasst wird die zu Hause vorwiegend gesprochene Sprache, nicht die Deutschkompetenz. Wer zu Hause zwei Sprachen spricht, kann sehr gut Deutsch sprechen – die Statistik zeigt das nicht.

    4. 04

      Teilhabe hat viele Formen

      Der Bericht misst Teilhabe über Erwerbsarbeit, Absicherung, Bildung und Sprache. Weitergehende Formen gesellschaftlicher Teilhabe sind darin nicht erfasst und lassen sich hier nicht bewerten.

    5. 05

      Gruppen unterscheiden sich stark

      Geschlecht, Herkunft, Ausgangsqualifikation, Familienkonstellation, rechtlicher Zugang und Aufenthaltsdauer verändern die Ergebnisse erheblich. Pauschale Aussagen über „Migranten“ sind laut Bericht nicht belastbar.

    6. 06

      Unterschiedliche Zählweisen

      Destatis zählt nach Einwanderungsgeschichte, die Bundesagentur für Arbeit überwiegend nach Staatsangehörigkeit, das IAB nach Fluchtkohorte. Die Werte messen jeweils Verschiedenes und dürfen nicht gegeneinander gerechnet werden.

    Häufige Missverständnisse

    Integration funktioniert überhaupt nicht.

    Die Daten zeigen, dass sich viele Integrationsindikatoren mit zunehmender Aufenthaltsdauer verbessern: Die Erwerbstätigkeit Geflüchteter steigt von 7 auf 68 Prozent, der Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bei ukrainischen Geflüchteten von 68 auf 86 Prozent.

    Integration gelingt automatisch.

    Erfolgreiche Integration hängt von vielen Faktoren ab – Sprache, Bildung, Anerkennung von Abschlüssen und Arbeitsmarktzugang. Der Bericht benennt zugleich deutliche Defizite, etwa die niedrige Erwerbsbeteiligung vieler geflüchteter Frauen (35 Prozent in der 2015er-Kohorte).

    Hohe Arbeitslosigkeit beweist gescheiterte Integration.

    Beschäftigungszuwachs und hohe Arbeitslosigkeit treten gleichzeitig auf: Die Beschäftigungsquoten stiegen 2025, während die Arbeitslosenquoten bei 27,9 und 39,7 Prozent lagen. Die Gruppen wuchsen, und viele wechselten aus Sprachkursen oder Maßnahmen in die Arbeitslosmeldung.

    Zugewanderte sind überwiegend gering gebildet.

    Die Bildungsstruktur ist polarisiert: 30,4 Prozent haben Abitur (ohne Einwanderungsgeschichte: 28,2 Prozent) und 23,4 Prozent einen akademischen Abschluss (23,2 Prozent). Gleichzeitig fehlt 38,6 Prozent ein berufsqualifizierender Abschluss.

    Wer einen Abschluss mitbringt, arbeitet auch entsprechend.

    Unter ukrainischen Geflüchteten arbeiteten 57 Prozent der beschäftigten Frauen und 50 Prozent der Männer unterhalb des Niveaus ihrer letzten Tätigkeit. Bis 2023/2024 hatte nur etwa ein Fünftel einen Anerkennungsantrag gestellt.

    Integration lässt sich an einer einzigen Zahl ablesen.

    Arbeit, Bildung, Sprache und Absicherung entwickeln sich unterschiedlich schnell. Der Bericht bewertet Integration deshalb nur über mehrere Indikatoren gemeinsam und differenziert nach Herkunft und Aufenthaltsdauer.

    Auf einen Blick

    Integration ist messbar und macht mit wachsender Aufenthaltsdauer erkennbare Fortschritte – bei Beschäftigung, sozialversicherungspflichtiger Arbeit, Sprache und sinkendem Leistungsbezug. Sie verläuft aber nicht in allen Lebensbereichen und nicht für alle Gruppen gleich schnell: Niedrige Erwerbsbeteiligung bestimmter Gruppen, fehlende Berufsabschlüsse und unterwertige Beschäftigung bleiben bestehen.

    Evidenzgrad
    Gut belegt

    Gesamtevidenz des Kapitels: B – gut belegt, mit Einschränkungen. Beschäftigungs-, Bildungs- und Sprachdaten stammen aus Mikrozensus, BA-Statistik und IAB-Längsschnitten. Das Zusammenwirken von Sprache, Anerkennung, Betreuung, Gesundheit und Rechtsstatus ist nur eingeschränkt bestimmbar (C); Steuer- und Beitragssummen sind nicht quantifizierbar (D).

    Datenstand
    Mikrozensus 2025 · BA-Beschäftigungsstatistik August 2025, Arbeitslosigkeit August/Oktober 2025, SGB-II-Quoten 2025 · IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026 · IAB-BAMF-SOEP-Befragung 2023/2024
    Letzte Aktualisierung
    28. Juli 2026

    Quellen

    1. 1

      Mikrozensus 2025: Bevölkerung in Privathaushalten nach Einwanderungsgeschichte bzw. Migrationshintergrund, Tabellen 12211-17 und 12211-20

      Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2025/2026

      Bildung, Sprachgebrauch, Erwerbstätigkeit, Lebensunterhalt und Rentenversicherung.

    2. 2

      Arbeitsmarktpartizipation von Staatsangehörigen der Asylherkunftsländer (TOP 8) und der Ukraine

      Bundesagentur für Arbeit (BA) · 2026

      Beschäftigung August 2025; Arbeitslosigkeit August/Oktober 2025; SGB-II-Hilfequoten.

    3. 3

      IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026 zu Beschäftigung und Aufenthaltsdauer

      Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) · 2024–2026

      Längsschnittdaten zu Fluchtkohorten, teils mit administrativen Beschäftigungsdaten verknüpft.

    4. 4

      Befragung von Geflüchteten 2023/2024 zu Deutschkenntnissen, Anerkennung und Berufserfahrung

      IAB-BAMF-SOEP · 2024

    5. 5

      Fiskalische Wirkungen der Zuwanderung, Kurzbericht 6/2015

      IAB · 2015

      Historische Modellrechnung für die ausländische Bevölkerung 2012; im Bericht nur zur Veranschaulichung verwendet.

    6. 6

      Migration, Gewaltkriminalität und Remigration, Kapitel 6: Integration – Beschäftigung, Bildung, Sprache und soziale Teilhabe, Version 1.0

      politfacts research · 2026

      Grundlage dieser Wissensseite. Alle Angaben stammen ausschließlich aus diesem Kapitel.

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