Wie viele Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten?
- Autor:
- politfacts
- Veröffentlicht:
- 28. Juli 2026
- Letzte Aktualisierung:
- 28. Juli 2026
- Lesedauer:
- ca. 5 Minuten
Worum geht es hier?
Wie viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland erwerbstätig sind, in welcher beruflichen Stellung sie arbeiten und wie stark sich die Zahlen je nach Aufenthaltsdauer und Gruppe unterscheiden.
- Wie viele Erwerbstätige eine Einwanderungsgeschichte haben.
- Wie sich die Erwerbstätigen auf berufliche Stellungen verteilen.
- Wie Beschäftigung mit der Aufenthaltsdauer zunimmt.
- Wie stark sich einzelne Gruppen unterscheiden.
- Warum Erwerbstätigkeit allein Integration nicht vollständig beschreibt.
Kurz erklärt
2025 hatten 11,446 Millionen der 42,520 Millionen Erwerbstätigen in privaten Haushalten eine Einwanderungsgeschichte – davon 9,182 Millionen selbst Eingewanderte und 2,264 Millionen direkte Nachkommen.
Für 10,269 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist die eigene Erwerbstätigkeit die überwiegende Quelle des Lebensunterhalts.
Die Beschäftigung nimmt mit der Aufenthaltsdauer deutlich zu: von 7 Prozent im ersten Jahr auf 68 Prozent nach acht oder mehr Jahren bei Geflüchteten mit Zuzug 2013 bis 2019.
„Menschen mit Migrationshintergrund“ sind keine einheitliche Gruppe: Die Quoten unterscheiden sich stark nach Aufenthaltsdauer, Herkunft, Geschlecht und Qualifikation.
Das Wichtigste auf einen Blick
11,446 Millionen Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte im Jahr 2025 – rund jede vierte erwerbstätige Person in privaten Haushalten.
Berufliche Stellung: 9,961 Millionen Angestellte oder Arbeiter, 815.000 Selbstständige, 465.000 Auszubildende und 180.000 Beamte.
Erwerbstätigenquote Geflüchteter (Zuzug 2013–2019): 7 Prozent nach einem Jahr, 39 nach vier, 57 nach sechs, 63 nach sieben und 68 Prozent nach acht oder mehr Jahren.
Beschäftigungsquoten August 2025: 36,6 Prozent (Ukraine), 49,2 Prozent (TOP-8-Asylherkunftsländer), 63,1 Prozent (EU-Staatsangehörige), 70,9 Prozent (Deutsche).
90 Prozent der abhängig Beschäftigten der 2015er-Kohorte arbeiteten sozialversicherungspflichtig – damit entstehen Beiträge und Abgaben.
Absolute Zahlen sind keine Quoten: Wegen der jüngeren Altersstruktur darf man Erwerbstätige nicht einfach durch die Gesamtbevölkerung teilen.
Zahlen & Fakten
Die Datenlage
- Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte (2025)
- 11,446 Mio.
- davon selbst eingewandert
- 9,182 Mio.
- leben überwiegend von eigener Erwerbstätigkeit
- 10,269 Mio.
- Erwerbstätigkeit nach acht oder mehr Jahren
- 68 %
- Abhängige Beschäftigung der 2015er-Kohorte (2024)
- 64 %
- SvB aus Fluchtkontexten (August 2025)
- 971.000
Von insgesamt 42,520 Millionen Erwerbstätigen in privaten Haushalten
2,264 Millionen sind direkte Nachkommen von Eingewanderten
2,240 Millionen überwiegend von Arbeitslosengeld I oder Bürgergeld, davon 1,854 Millionen Bürgergeld
Geflüchtete mit Zuzug 2013–2019; Vergleichswert Gesamtbevölkerung: 77 Prozent
Neun Jahre nach Zuzug; Vergleichswert Gesamtbevölkerung: 70 Prozent
673.000 aus den TOP-8-Asylherkunftsländern und 298.000 ukrainische Staatsangehörige
Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte
Privathaushalte, Mikrozensus 2025
Millionen Personen
Insgesamt weist der Mikrozensus 42,520 Millionen Erwerbstätige in privaten Haushalten aus.
Quelle: Destatis, Mikrozensus 2025, Tabellen 12211-17 und 12211-20.
Berufliche Stellung der Erwerbstätigen mit Einwanderungsgeschichte
Mikrozensus 2025
Personen
Der Beamtenanteil ist gering; in der öffentlichen Verwaltung sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte deutlich unterrepräsentiert.
Quelle: Destatis, Mikrozensus 2025.
Erwerbstätigkeit nach Aufenthaltsdauer
Geflüchtete mit Zuzug 2013 bis 2019, abhängige und selbstständige Arbeit
Prozent
Nach acht oder mehr Jahren waren 86 Prozent der Männer, aber 33 Prozent der Frauen erwerbstätig. Vergleichswert Gesamtbevölkerung: 77 Prozent.
Quelle: IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026.
Beschäftigungsquoten ausgewählter Gruppen
Einschließlich ausschließlich geringfügiger Beschäftigung, August 2025
Prozent der Bevölkerung von 15 bis unter 65 Jahren
Die Quoten der TOP 8 und der Ukraine lagen 4,4 bzw. 6,7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Werte bilden keine Aufenthaltsdauer ab.
Quelle: BA, Arbeitsmarktpartizipation von Staatsangehörigen der Asylherkunftsländer (TOP 8) und der Ukraine, April 2026. Beschäftigung: August 2025.
Zwei Fluchtkohorten im Zeitvergleich
Abhängige Beschäftigung nach Aufenthaltsdauer
Prozent
Die Marke von 50 Prozent wurde bei ukrainischen Geflüchteten nach dreieinhalb Jahren erreicht, bei der 2015er-Kohorte nach etwa sechs Jahren. Die Reihen beruhen auf unterschiedlichen Kohorten, Definitionen und Beobachtungszeiträumen.
Quelle: IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026.
Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung
Unter den abhängig Beschäftigten der jeweiligen Gruppe
Prozent
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist die Grundlage für Beiträge und Abgaben.
Quelle: IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026; BA-Beschäftigungsstatistik.
Was bedeuten diese Zahlen?
Die Frage „Wie viele arbeiten?“ lässt sich auf zwei Arten beantworten: als absolute Zahl und als Quote. Beides steht in den Daten, misst aber Unterschiedliches. Der Mikrozensus 2025 weist 11,446 Millionen Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte aus – von 42,520 Millionen Erwerbstätigen in privaten Haushalten insgesamt. Davon sind 9,182 Millionen selbst eingewandert, 2,264 Millionen sind direkte Nachkommen von Eingewanderten.
Diese absoluten Zahlen dürfen nicht einfach in eine Beschäftigungsquote umgerechnet werden. Ein Vergleich „Erwerbstätige geteilt durch Gesamtbevölkerung“ wäre methodisch ungeeignet, weil darin Kinder, Studierende und Ruheständler enthalten sind – und die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte im Durchschnitt älter ist und einen deutlich höheren Rentneranteil hat. Vergleichbar sind nur altersabgegrenzte Kennzahlen der Bundesagentur für Arbeit und des IAB.
Beim Blick auf die berufliche Stellung zeigt sich: 9,961 Millionen arbeiten als Angestellte oder Arbeiter, 815.000 sind selbstständig, 465.000 befinden sich in Ausbildung, 180.000 sind Beamte. Für 10,269 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist die eigene Erwerbstätigkeit die überwiegende Quelle des Lebensunterhalts; 2,240 Millionen lebten überwiegend von Arbeitslosengeld I oder Bürgergeld, davon 1,854 Millionen vom Bürgergeld.
Der stärkste dokumentierte Zusammenhang ist der mit der Aufenthaltsdauer. Bei Geflüchteten mit Zuzug zwischen 2013 und 2019 lag die Erwerbstätigenquote im ersten Jahr bei 7 Prozent, nach vier Jahren bei 39, nach sechs Jahren bei 57, nach sieben Jahren bei 63 und nach acht oder mehr Jahren bei 68 Prozent. Der Vergleichswert der Gesamtbevölkerung liegt bei 77 Prozent. Für die 2015er-Kohorte weist das IAB 2024 eine abhängige Beschäftigungsquote von 64 Prozent aus, gegenüber 70 Prozent in der Gesamtbevölkerung.
Dass die Quoten mit der Aufenthaltsdauer steigen, hat nachvollziehbare Gründe, die im Bericht dokumentiert sind: Am Anfang stehen Asyl- und Aufenthaltsverfahren, rechtliche Zugangsbeschränkungen, Sprachkurse und Integrationsmaßnahmen. Erst danach folgen Bewerbung, Anerkennung von Abschlüssen und Beschäftigungsaufnahme. Eine Momentaufnahme eines einzelnen Jahres misst deshalb vor allem, wie lange die betrachteten Personen bereits im Land sind – nicht, wie hoch ihre Arbeitsmarktbeteiligung dauerhaft ausfällt.
Auch zwischen den Gruppen sind die Unterschiede groß. Im August 2025 lag die Beschäftigungsquote bei 36,6 Prozent (ukrainische Staatsangehörige), 49,2 Prozent (TOP-8-Asylherkunftsländer), 63,1 Prozent (EU-Staatsangehörige) und 70,9 Prozent (Deutsche). Innerhalb der Gruppen bestehen weitere Unterschiede: In der 2015er-Kohorte waren 2024 76 Prozent der Männer, aber 35 Prozent der Frauen abhängig beschäftigt. Auch die Qualifikationsstruktur ist polarisiert – 38,6 Prozent ohne berufsqualifizierenden Abschluss stehen 23,4 Prozent mit akademischem Abschluss gegenüber.
Nicht nur die Zahl, auch die Art der Beschäftigung verändert sich. 90 Prozent der abhängig Beschäftigten der 2015er-Kohorte waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt; bei ukrainischen Geflüchteten stieg dieser Anteil von 68 Prozent nach einem Jahr auf 86 Prozent nach 42 Monaten. Im August 2025 waren 673.000 Menschen aus den TOP-8-Asylherkunftsländern und 298.000 ukrainische Staatsangehörige sozialversicherungspflichtig beschäftigt – Zuwächse von 67.000 bzw. 77.000 gegenüber dem Vorjahr.
Beschäftigung gilt als zentraler Integrationsindikator, weil sie Einkommen, Alltagskontakte, Sprachpraxis und wirtschaftliche Eigenständigkeit verbindet. Sie ist aber nicht der einzige Indikator. Bildung, Sprachverwendung, Wohnsituation, Gesundheit, Anerkennung von Abschlüssen und das Niveau der ausgeübten Tätigkeit gehören ebenso dazu. Wer nur die Erwerbstätigenquote betrachtet, sieht weder, ob jemand entsprechend seiner Qualifikation arbeitet, noch, wie stabil das Beschäftigungsverhältnis ist.
Weil ein großer Teil der Beschäftigung sozialversicherungspflichtig ist, bildet Erwerbstätigkeit zugleich die Grundlage für Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge. Wie groß dieser Beitrag ausfällt und was sich daraus überhaupt belastbar ableiten lässt, ist Thema der nächsten Wissensseite.
Was wir sicher wissen
- 2025 hatten 11,446 Millionen der 42,520 Millionen Erwerbstätigen in privaten Haushalten eine Einwanderungsgeschichte.
- Davon sind 9,182 Millionen selbst eingewandert und 2,264 Millionen direkte Nachkommen von Eingewanderten.
- Nach beruflicher Stellung: 9,961 Millionen Angestellte oder Arbeiter, 815.000 Selbstständige, 465.000 Auszubildende, 180.000 Beamte.
- Für 10,269 Millionen ist eigene Erwerbstätigkeit die überwiegende Quelle des Lebensunterhalts; 2,240 Millionen leben überwiegend von Arbeitslosengeld I oder Bürgergeld.
- Die Erwerbstätigenquote Geflüchteter (Zuzug 2013–2019) steigt mit der Aufenthaltsdauer von 7 auf 68 Prozent nach acht oder mehr Jahren.
- Beschäftigungsquoten im August 2025: 36,6 Prozent (Ukraine), 49,2 Prozent (TOP-8-Asylherkunftsländer), 63,1 Prozent (EU), 70,9 Prozent (Deutsche).
- 90 Prozent der abhängig Beschäftigten der 2015er-Kohorte waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
- Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind in Handel, Gastgewerbe, Verkehr, produzierendem Gewerbe und Bau überproportional, in der öffentlichen Verwaltung deutlich unterproportional vertreten.
Was wir nicht sicher wissen
- Eine amtliche Beschäftigungsquote „aller Menschen mit Migrationshintergrund“ im Sinne einer altersbereinigten Kennzahl liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.
- Der jeweilige Kausalbeitrag von Sprache, Anerkennung, Betreuung, Gesundheit und Rechtsstatus ist nicht vollständig bestimmt (Evidenzstufe C im Bericht).
- Die individuelle Deutschkompetenz ist amtlich nicht erfasst – der Mikrozensus misst nur die zu Hause vorwiegend gesprochene Sprache.
- Die Kohortenreihen beruhen auf unterschiedlichen Kohorten, Definitionen und Beobachtungszeiträumen und sind nicht direkt gegeneinander rechenbar.
- Wie stabil einmal aufgenommene Beschäftigungsverhältnisse langfristig sind, ist nur eingeschränkt erkennbar: Nach 42 Monaten hatten 64 Prozent der ukrainischen Männer und 55 Prozent der Frauen mindestens einmal eine Beschäftigung aufgenommen, die aktuelle Quote lag mit rund 50 Prozent darunter.
- Steuer- und Beitragsgesamtsummen nach Einwanderungsgeschichte, Herkunft und Aufenthaltsdauer sind mit den verwendeten Quellen nicht quantifizierbar (Evidenzstufe D).
- Ob sich die beobachteten Verläufe bei künftigen Zuzugskohorten wiederholen, ist mit den ausgewerteten Daten nicht belegbar.
Warum diese Antwort nicht ganz einfach ist
Erwerbstätigkeit ist der am besten messbare Integrationsindikator – aber allein lässt sich aus ihr keine vollständige Aussage über gelungene Integration ableiten. Mehrere Faktoren müssen gleichzeitig gelesen werden.
- 01
Absolute Zahl ist keine Quote
11,446 Millionen Erwerbstätige sagen zunächst nur etwas über die Größe der Gruppe. Weil die Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte im Durchschnitt jünger ist und weniger Ruheständler umfasst, wäre eine selbst gerechnete Quote gegenüber der Gesamtbevölkerung irreführend.
- 02
Aufenthaltsdauer
Zwischen 7 Prozent im ersten Jahr und 68 Prozent nach acht oder mehr Jahren liegt derselbe Personenkreis – nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Wer eine Momentaufnahme betrachtet, misst vor allem die Zusammensetzung nach Aufenthaltsdauer.
- 03
Niveau der Tätigkeit
Beschäftigt zu sein heißt nicht, entsprechend der Qualifikation zu arbeiten. Unter ukrainischen Geflüchteten arbeiteten 57 Prozent der beschäftigten Frauen und 50 Prozent der Männer unterhalb des Niveaus ihrer letzten Tätigkeit in der Ukraine.
- 04
Art der Beschäftigung
Sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung, Schicht- und Wochenendarbeit unterscheiden sich erheblich. Menschen mit Einwanderungsgeschichte arbeiten häufiger samstags, an Sonn- und Feiertagen, in Schichtarbeit und ausschließlich geringfügig.
- 05
Unterschiedliche Zählweisen
Destatis zählt nach Einwanderungsgeschichte, die Bundesagentur für Arbeit überwiegend nach Staatsangehörigkeit, das IAB nach Fluchtkohorte. Die Werte messen jeweils anderes und dürfen nicht direkt gegeneinander gerechnet werden.
- 06
Weitere Dimensionen von Integration
Bildung, Sprachverwendung, soziale Teilhabe und Anerkennung von Abschlüssen gehören ebenfalls dazu. Eine Beschäftigungsquote allein bildet diese Dimensionen nicht ab.
Häufige Missverständnisse
„Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten kaum.“
2025 hatten 11,446 Millionen der 42,520 Millionen Erwerbstätigen in privaten Haushalten eine Einwanderungsgeschichte; für 10,269 Millionen ist eigene Erwerbstätigkeit die überwiegende Quelle des Lebensunterhalts. Die Daten zeigen ein deutlich differenzierteres Bild.
„Alle Gruppen entwickeln sich gleich.“
Die Beschäftigungsquoten unterscheiden sich erheblich: 36,6 Prozent (Ukraine), 49,2 Prozent (TOP-8-Asylherkunftsländer), 63,1 Prozent (EU-Staatsangehörige) und 70,9 Prozent (Deutsche) im August 2025 – zusätzlich nach Aufenthaltsdauer, Geschlecht und Qualifikation.
„Man kann die Erwerbstätigenzahl einfach durch die Bevölkerung teilen.“
Das wäre methodisch ungeeignet: In der Gesamtbevölkerung sind Kinder, Studierende und Ruheständler enthalten, und die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte ist im Durchschnitt älter. Vergleichbar sind nur altersabgegrenzte BA- bzw. IAB-Kennzahlen.
„Wer Arbeit hat, ist vollständig integriert.“
Erwerbstätigkeit ist ein zentraler, aber nicht der einzige Indikator. Sprache, Bildung, Anerkennung von Abschlüssen und das Niveau der ausgeübten Tätigkeit gehören dazu – bei ukrainischen Geflüchteten arbeitete rund die Hälfte unterhalb des Niveaus der letzten Tätigkeit vor der Flucht.
„Zugewanderte arbeiten überwiegend in Minijobs ohne Sozialversicherung.“
90 Prozent der abhängig Beschäftigten der 2015er-Kohorte waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt; bei ukrainischen Geflüchteten stieg der Anteil von 68 auf 86 Prozent nach 42 Monaten. Ausschließlich geringfügige Beschäftigung kommt jedoch häufiger vor als bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte.
„Hohe Arbeitslosigkeit bedeutet, dass kaum jemand arbeitet.“
Beschäftigungszuwachs und hohe Arbeitslosigkeit bestehen gleichzeitig: Die Gruppen wuchsen, viele Personen wechselten aus Sprachkursen oder Maßnahmen in die Arbeitslosmeldung, ein Teil nahm parallel Beschäftigung auf.
Auf einen Blick
2025 hatten 11,446 Millionen Erwerbstätige in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte, ganz überwiegend als Angestellte oder Arbeiter und weit überwiegend sozialversicherungspflichtig. Die Beschäftigung steigt deutlich mit der Aufenthaltsdauer, unterscheidet sich aber stark zwischen den Gruppen – „Menschen mit Migrationshintergrund“ sind keine homogene Gruppe.
- Evidenzgrad
- Gut belegt
Gesamtevidenz des Kapitels: B – gut belegt, mit Einschränkungen. Erwerbstätigenzahlen, berufliche Stellung und Beschäftigungsverläufe nach Aufenthaltsdauer sind durch Mikrozensus, BA-Statistik und IAB-Längsschnittdaten gut belegt. Der jeweilige Kausalbeitrag einzelner Einflussfaktoren ist nur eingeschränkt bestimmbar (C); Steuer- und Beitragsgesamtsummen sind nicht quantifizierbar (D).
- Datenstand
- Mikrozensus 2025 · BA-Beschäftigungsstatistik August 2025, Arbeitslosigkeit August/Oktober 2025 · IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026 · IAB-BAMF-SOEP-Befragung 2023/2024
- Letzte Aktualisierung
- 28. Juli 2026
Quellen
- 1
Mikrozensus 2025: Bevölkerung in Privathaushalten nach Einwanderungsgeschichte bzw. Migrationshintergrund, Tabellen 12211-17 und 12211-20
Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2025/2026
Erwerbstätigkeit, berufliche Stellung, Bildung, Sprachgebrauch und Lebensunterhalt.
- 2
Arbeitsmarktpartizipation von Staatsangehörigen der Asylherkunftsländer (TOP 8) und der Ukraine
Bundesagentur für Arbeit (BA) · 2026
Beschäftigung August 2025; Arbeitslosigkeit August/Oktober 2025; ELB-Quote Juli 2025.
- 3
IAB-Kurzberichte 10/2024, 17/2025 und 3/2026 zu Beschäftigung und Aufenthaltsdauer
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) · 2024–2026
Längsschnittdaten zu Fluchtkohorten, teils mit administrativen Beschäftigungsdaten verknüpft.
- 4
Befragung von Geflüchteten 2023/2024 zu Deutschkenntnissen, Anerkennung und Berufserfahrung
IAB-BAMF-SOEP · 2024
- 5
Migration, Gewaltkriminalität und Remigration, Kapitel 6: Integration – Beschäftigung, Bildung, Sprache und soziale Teilhabe, Version 1.0
politfacts research · 2026
Grundlage dieser Wissensseite. Alle Angaben stammen ausschließlich aus diesem Kapitel.
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Funktioniert Integration in Deutschland?
Arbeit, Sprache, Bildung und Teilhabe: Fortschritte und Defizite im Zeitverlauf.
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In Vorbereitung: Was sich aus Beschäftigung und Sozialversicherung ableiten lässt – und was nicht. Die nächste Wissensseite.
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Kein Bullshit. Nur Fakten. Einfach erklärt.
Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offen zugänglichen Quellen und sind nachvollziehbar belegt. Wie wir arbeiten, steht in unserer Methodik.