Warum fehlen Deutschland Fachkräfte?
- Autor:
- politfacts
- Veröffentlicht:
- 28. Juli 2026
- Letzte Aktualisierung:
- 28. Juli 2026
- Lesedauer:
- ca. 4 Minuten
Worum geht es hier?
Warum Unternehmen Fachkräfte suchen, welche Ursachen dahinterstehen und warum Zuwanderung allein den Engpass nicht auflöst.
- Wie stark die Bevölkerung im Erwerbsalter schrumpft.
- Wie viele Menschen altersbedingt aus der Erwerbstätigkeit ausscheiden.
- Warum Engpässe und Arbeitslosigkeit gleichzeitig bestehen können.
- Welche Rolle Qualifikation und Passung spielen.
- Was Zuwanderung beitragen kann – und was nicht.
Kurz erklärt
Große Jahrgänge verlassen den Arbeitsmarkt, kleinere rücken nach: Für 2025 bis 2029 sind 5,26 Millionen altersbedingte Abgänge aus der Erwerbstätigkeit modelliert.
Gleichzeitig entsteht mehr neuer Bedarf als neues Angebot – die rechnerische Unterdeckung beträgt rund 440.000 Personen.
Fachkräftemangel ist kein reines Mengenproblem: Engpässe können gleichzeitig mit Arbeitslosigkeit auftreten, wenn Beruf, Qualifikation, Region, Arbeitszeit oder Arbeitsbedingungen nicht zusammenpassen.
Zuwanderung erhöht das Arbeitskräfteangebot messbar, ersetzt aber weder Ausbildung und Weiterbildung noch eine höhere Erwerbsbeteiligung.
Das Wichtigste auf einen Blick
5,26 Millionen Menschen gehen zwischen 2025 und 2029 modelliert altersbedingt aus der Erwerbstätigkeit – im Mittel gut eine Million pro Jahr.
Die Bevölkerung von 20 bis 66 Jahren sinkt in der mittleren Variante bis 2035 um 4,01 Millionen auf 47,24 Millionen.
Neubedarf 4,81 Millionen, Neuangebot 4,37 Millionen: Es fehlen rechnerisch rund 440.000 Personen.
In 99 von 140 untersuchten Berufsgruppen wächst der Neubedarf stärker als das Neuangebot – im Vorjahresmodell waren es 58.
Auf Fachkraftniveau ist die Lücke am größten (-0,53 Mio.), bei Helfertätigkeiten besteht dagegen ein rechnerischer Überhang (+0,26 Mio.).
Nur rund sieben Prozent des modellierten Neuangebots entstehen in der Rechnung durch den Wanderungssaldo; der größere Teil stammt aus Bildungssystem und beruflicher Mobilität.
Zahlen & Fakten
Die Datenlage
- Altersbedingter Ersatzbedarf 2025–2029
- 5,26 Mio.
- Rechnerische Unterdeckung 2025–2029
- 440.000
- Berufsgruppen mit stärker wachsendem Neubedarf
- 99 von 140
- Fokusberufe mit erwarteten Engpässen
- 41
- Bevölkerung von 20 bis 66 Jahren bis 2035
- -4,01 Mio.
- Rückgang im traditionellen Erwerbsalter bis 2060
- 22 %
Modellierte Abgänge aus Erwerbstätigkeit, keine Statistik neu bewilligter Renten
Neubedarf 4,81 Mio. minus Neuangebot 4,37 Mio.
Vorjahresmodell: 58 von 140 Berufsgruppen
Von 42 Fokusberufen; einer weist einen Überhang auf
Mittlere Variante: Rückgang von 51,25 auf 47,24 Millionen
OECD-Projektion für Deutschland
Arbeitsmarktbilanz 2025 bis 2029
Wie sich Bedarf und Angebot an Arbeitskräften zusammensetzen
Millionen Personen
Rundungsbedingt entspricht die Unterdeckung nicht in allen Darstellungen exakt der Subtraktion gerundeter Werte.
Quelle: Eigene Darstellung nach Zika et al. 2025, S. 11–12, 34–36 und 52–54.
Neubedarf und Neuangebot nach Qualifikationsniveau
Zeitraum 2025 bis 2029
Millionen Personen
- Neubedarf
- Neuangebot
Die größte Unterdeckung besteht auf Fachkraftniveau (-0,53 Mio.), gefolgt vom Expertenniveau (-0,27 Mio.). Bei Helfertätigkeiten (+0,26 Mio.) und Spezialisten (+0,09 Mio.) besteht ein rechnerischer Überhang.
Quelle: Eigene Darstellung nach Zika et al. 2025, S. 52–54. Werte gerundet.
Bevölkerung im Erwerbsalter
20- bis 66-Jährige, mittlere Variante W2 der Bevölkerungsvorausberechnung
Millionen Personen
Die Gruppe ab 67 Jahren wächst im selben Zeitraum von 16,74 auf 20,39 Millionen (2035).
Quelle: Eigene Darstellung und Summierung der 16 Länder nach Destatis 2025a, Tabelle 12421-01; Variante G2L2W2.
Erwerbspersonenpotenzial nach Wanderungsszenario
IAB-Projektion mit steigenden Erwerbsquoten
Millionen potenzielle Erwerbspersonen
- ohne Wanderungen
- 200.000 Nettozuzüge pro Jahr
- 400.000 Nettozuzüge pro Jahr
Das Modell bildet Personen ab, nicht Arbeitsstunden und nicht die berufliche Passung. Wanderungssaldo aller Altersgruppen, nicht nur von Arbeitskräften.
Quelle: Fuchs, Söhnlein und Weber 2021, Tabelle T2, S. 4. Modellstand 2020/2021.
Berufsgruppen mit stärker wachsendem Neubedarf
Von 140 untersuchten Berufsgruppen
Anzahl Berufsgruppen
Genannt werden anhaltende Engpässe in IT-, Gesundheits- und Pflegeberufen, zunehmende Engpässe in technischen Produktionsberufen sowie zusätzliche Engpässe in Bau, Logistik, Reinigung und Lebensmittelzubereitung.
Quelle: Zika et al. 2025, S. 40–43.
Was bedeuten diese Zahlen?
„Fachkräftemangel“ klingt nach einem einzigen Problem. Tatsächlich stecken darin mindestens zwei verschiedene Dinge: Es fehlen rechnerisch Menschen – und die vorhandenen Menschen passen häufig nicht zu den offenen Tätigkeiten.
Der Mengenteil ist gut messbar. Große Jahrgänge erreichen das Rentenalter: Für 2025 bis 2029 sind 5,26 Millionen altersbedingte Abgänge aus der Erwerbstätigkeit modelliert. Gleichzeitig fallen durch Strukturwandel rechnerisch 450.000 Arbeitsplätze weg. Übrig bleibt ein Neubedarf von 4,81 Millionen Personen. Dem steht ein Neuangebot von 4,37 Millionen gegenüber – rechnerisch fehlen also rund 440.000 Personen.
Wichtig ist, was diese Zahl nicht ist: Der Ersatzbedarf ist keine Statistik neu bewilligter Altersrenten, sondern eine Modellgröße. Und nicht jede frei werdende Stelle wird neu besetzt. Strukturwandel, Produktivität, Automatisierung oder sinkende Nachfrage können dazu führen, dass Arbeitsplätze ganz entfallen.
Der zweite Teil erklärt, warum Unternehmen suchen, obwohl es zugleich Arbeitslosigkeit gibt. Ein Engpass beschreibt eine angespannte Relation von Angebot und Nachfrage. Ein Fachkräfteengpass bezieht sich auf Tätigkeiten, die einen beruflichen oder akademischen Abschluss oder ein höheres Anforderungsniveau voraussetzen. Engpässe können gleichzeitig mit Arbeitslosigkeit auftreten, wenn Beruf, Qualifikation, Region, Arbeitszeit oder Arbeitsbedingungen nicht zusammenpassen. Eine arbeitslose Person kann eine offene Stelle also nur dann besetzen, wenn all diese Punkte passen.
Die Qualifikationsrechnung zeigt das deutlich. Auf Fachkraftniveau übersteigt der Neubedarf das Neuangebot um 0,53 Millionen Personen, auf Expertenniveau um 0,27 Millionen. Bei Helfertätigkeiten ohne beruflichen Abschluss besteht dagegen ein rechnerischer Überhang von 0,26 Millionen, bei Spezialisten von 0,09 Millionen. Zusätzliche Menschen im Erwerbsalter verringern einen Engpass deshalb nur dann, wenn Erwerbsbeteiligung, Qualifikation, berufliche Mobilität, Region und Arbeitsbedingungen hinreichend passen.
Unter der Fläche wirkt die Demografie weiter. Die Bevölkerung zwischen 20 und 66 Jahren sinkt in der mittleren Variante bis 2035 um 4,01 Millionen auf 47,24 Millionen; die OECD projiziert bis 2060 einen Rückgang der Bevölkerung im traditionellen Erwerbsalter um 22 Prozent. Ältere arbeiten dabei bereits vergleichsweise lange: Die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen lag 2024 bei 66,7 Prozent gegenüber 55,9 Prozent im OECD-Durchschnitt. Dennoch verlassen Frauen den Arbeitsmarkt im Mittel 2,4 Jahre und Männer 2,1 Jahre vor dem regulären Rentenalter, und nur 14,3 Prozent der 50- bis 69-Jährigen arbeiteten beim ersten Rentenbezug weiter (europäischer OECD-Vergleichswert: 22,4 Prozent).
Zuwanderung wirkt in dieselbe Richtung, aber nicht sofort und nicht automatisch. In der Modellrechnung entstehen nur rund sieben Prozent des Neuangebots durch den Wanderungssaldo; der größere Teil stammt aus dem Bildungssystem und aus beruflicher Mobilität. Diese Zahl ist allerdings keine allgemeine Aussage über die Bedeutung von Migration für den Arbeitsmarkt: Bestandsbeschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit, frühere Zuwanderung und die durch Migration veränderte Altersstruktur sind darin nicht enthalten. Eine Nettozuwanderung von 250.000 Personen bedeutet zudem nicht, dass dem Arbeitsmarkt im selben Jahr 250.000 zusätzliche Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Wie groß der Beitrag der Zuwanderung ausfällt, entscheidet sich erst in Ausbildung, Anerkennung und Arbeitsmarkt. Bei den 2015 zugezogenen Geflüchteten lag die Erwerbstätigenquote 2022 bei 64 Prozent; neun von zehn Erwerbstätigen dieser Gruppe waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zugleich waren 75 Prozent der Männer, aber nur 31 Prozent der Frauen erwerbstätig. Der Arbeitsmarkteffekt tritt also zeitlich verzögert und in unterschiedlicher Stärke ein – abhängig von Bildungs-, Anerkennungs- und Integrationsverläufen.
Was wir sicher wissen
- Für 2025 bis 2029 sind 5,26 Millionen altersbedingte Abgänge aus der Erwerbstätigkeit modelliert.
- Der Neubedarf (4,81 Mio.) übersteigt das Neuangebot (4,37 Mio.) um rund 440.000 Personen.
- In 99 von 140 untersuchten Berufsgruppen wächst der Neubedarf stärker als das Neuangebot; im Vorjahresmodell waren es 58.
- Von 42 Fokusberufen weisen 41 erwartete Engpässe auf, einer einen Überhang.
- Die größte Unterdeckung besteht auf Fachkraftniveau (-0,53 Mio.) und Expertenniveau (-0,27 Mio.); bei Helfertätigkeiten besteht ein rechnerischer Überhang (+0,26 Mio.).
- Engpässe können gleichzeitig mit Arbeitslosigkeit auftreten, wenn Beruf, Qualifikation, Region, Arbeitszeit oder Arbeitsbedingungen nicht zusammenpassen.
- Die Bevölkerung von 20 bis 66 Jahren sinkt in der mittleren Variante bis 2035 um 4,01 Millionen; die OECD projiziert bis 2060 einen Rückgang im traditionellen Erwerbsalter um 22 Prozent.
- IAB und OECD zeigen übereinstimmend: Zuwanderung erhöht das Erwerbspersonenpotenzial.
Was wir nicht sicher wissen
- Zahlen zu offenen Stellen, Vakanzzeiten oder zur Arbeitslosenquote enthält der ausgewertete Bericht nicht. Dazu liegt hier keine Aussage vor.
- Wie stark Automatisierung den künftigen Arbeitskräftebedarf verändert, wird im Bericht nicht untersucht. Erwähnt wird nur, dass Automatisierung, Strukturwandel, Produktivität oder sinkende Nachfrage dazu führen können, dass frei werdende Stellen entfallen.
- Aussagen zur künftigen technologischen Entwicklung oder zu einzelnen Technologien enthält der Bericht nicht.
- Der Ersatzbedarf von 5,26 Millionen ist eine Modellgröße, keine Statistik tatsächlicher Rentenzugänge.
- Die rechnerische Unterdeckung von 440.000 unterliegt Konjunktur, Mobilität und Rundung; sie verteilt sich nicht gleichmäßig über Jahre und Regionen.
- Die QuBe-Fokusberufe sind prognostizierte Berufsgruppen mit auffälligen Indikatoren – sie sind nicht identisch mit der aktuellen Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit.
- Der Anteil von sieben Prozent Neuangebot aus dem Wanderungssaldo gilt nur für diese Stromgröße und darf nicht als allgemeine Bedeutung der Migration für den Arbeitsmarkt gelesen werden.
- Hohe langfristige Wanderungssalden sind schwer zu erreichen, weil mit wachsendem Bestand zugewanderter Bevölkerung typischerweise auch die Fortzüge steigen.
Warum diese Antwort nicht ganz einfach ist
Fachkräftemangel hat nicht eine Ursache und damit auch nicht eine Lösung. Die ausgewerteten Quellen zeigen mehrere Stellgrößen, die auf unterschiedliche Zielvariablen, mit unterschiedlicher Stärke und in unterschiedlichen Zeithorizonten wirken. Keine dieser Größen neutralisiert den demografischen Wandel allein.
- 01
Nettozuwanderung wirkt auf die Menge, nicht automatisch auf die Passung
Ein positiver Saldo erhöht die Bevölkerung und – abhängig von Alter und Erwerbsbeteiligung – das Arbeitskräfteangebot. Der Arbeitsmarkteffekt tritt verzögert ein und hängt von Qualifikation und Anerkennung ab. Zeithorizont: kurz- bis langfristig.
- 02
Höhere Erwerbsbeteiligung hat eine erkennbare, aber begrenzte Reichweite
Steigende Erwerbsquoten von Frauen und Älteren erhöhen das Erwerbspersonenpotenzial im Nullwanderungsszenario bis 2060 um 2,39 Millionen Personen. Der demografische Rückgang beträgt im selben Szenario 13,73 Millionen.
- 03
Längere Erwerbsleben verschieben Abgänge
Die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen liegt bereits über dem OECD-Durchschnitt. Eine weitere Erhöhung kann den Abgang dämpfen, hebt die Zahl großer Jahrgänge im Übergang ins Rentenalter aber nicht auf.
- 04
Ausbildung und Anerkennung verändern die Passung, nicht zwingend die Zahl
Qualifizierung, Anerkennung, Weiterbildung und Aufstiegsmobilität können die nutzbare Qualifikation einer gegebenen Bevölkerung verändern – ohne dass mehr Personen vorhanden sind. Genau dort liegt die größte Lücke, nämlich auf Fachkraft- und Expertenniveau.
- 05
Arbeitszeit und Produktivität wirken auf andere Größen
Höhere Arbeitszeit steigert das Arbeitsvolumen auch bei unveränderter Personenzahl. Produktivität erhöht die Wertschöpfung je Arbeitsstunde: Im OECD-Basisszenario wächst das reale Pro-Kopf-BIP bis 2060 um 0,27 Prozent pro Jahr, mit Mobilisierung und mehr regulärer Migration um 0,58 Prozent, mit zusätzlich höherer Produktivität um 1,08 Prozent.
- 06
Auch Europa altert
Das Zuwanderungspotenzial aus EU-Staaten kann sinken, weil diese Länder ebenfalls altern: In der EU stieg der Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren von 16,4 Prozent (2004) auf 21,6 Prozent (2024). Die Gewinnung von Arbeitskräften aus anderen EU-Staaten kann deshalb langfristig schwieriger werden.
Häufige Missverständnisse
„Deutschland hat doch genug Arbeitslose – dann gibt es keinen Fachkräftemangel.“
Engpässe können gleichzeitig mit Arbeitslosigkeit auftreten, wenn Beruf, Qualifikation, Region, Arbeitszeit oder Arbeitsbedingungen nicht zusammenpassen. Die größte Unterdeckung besteht auf Fachkraftniveau, während bei Helfertätigkeiten ohne beruflichen Abschluss ein rechnerischer Überhang von 0,26 Millionen besteht.
„Migration löst den Fachkräftemangel vollständig.“
Zuwanderung erhöht das Erwerbspersonenpotenzial – IAB und OECD zeigen dieselbe Wirkungsrichtung. In der Modellrechnung entstehen jedoch nur rund sieben Prozent des Neuangebots 2025 bis 2029 durch den Wanderungssaldo; der größere Teil stammt aus Bildungssystem und beruflicher Mobilität.
„Eine Nettozuwanderung von 250.000 bedeutet 250.000 zusätzliche Fachkräfte.“
Der Wanderungssaldo umfasst Deutsche und Nichtdeutsche, Kinder und ältere Personen, Erwerbstätige und Nichterwerbstätige sowie vorübergehende und dauerhafte Wanderungen. Der Arbeitsmarkteffekt hängt zusätzlich von Erwerbsbeteiligung, Qualifikation und Arbeitszeit ab.
„Wenn mehr Menschen länger arbeiten, ist das Problem gelöst.“
Die Erwerbsbeteiligung Älterer ist bereits vergleichsweise hoch. Steigende Erwerbsquoten von Frauen und Älteren erhöhen das Potenzial bis 2060 um 2,39 Millionen Personen – der demografische Rückgang ist mit 13,73 Millionen deutlich größer.
„Jede Stelle, die durch Renteneintritt frei wird, muss neu besetzt werden.“
Der Ersatzbedarf beschreibt modellierte Abgänge und potenziell frei werdende Stellen. Strukturwandel, Produktivität, Automatisierung oder sinkende Nachfrage können dazu führen, dass Arbeitsplätze entfallen. Im Modell sinkt die Arbeitsplatzzahl 2025 bis 2029 rechnerisch um 450.000.
„Mehr Hochschulabschlüsse schließen die Lücke.“
Die größte Unterdeckung liegt mit 0,53 Millionen auf Fachkraftniveau, also bei vollqualifizierenden Berufsabschlüssen. Auf Expertenniveau beträgt sie 0,27 Millionen, bei Spezialisten besteht ein rechnerischer Überhang von 0,09 Millionen.
Auf einen Blick
Fachkräftemangel entsteht aus mehreren Ursachen gleichzeitig: einer schrumpfenden Bevölkerung im Erwerbsalter, hohen altersbedingten Abgängen und einer häufig fehlenden Passung zwischen Qualifikation und Bedarf. Zuwanderung erhöht das Arbeitskräfteangebot messbar, ersetzt aber weder Ausbildung und Weiterbildung noch eine höhere Erwerbsbeteiligung.
- Evidenzgrad
- Gut belegt
Die Arbeitsmarktbilanz stammt aus dem QuBe-Fachkräftemonitoring; die demografische Grundlage aus der amtlichen Bevölkerungsvorausberechnung. IAB- und OECD-Szenarien zeigen dieselbe Wirkungsrichtung (Evidenzstufe B im Bericht: gut belegt, mit Einschränkungen). Alle Bedarfs- und Angebotswerte sind Modellgrößen, keine gezählten Stellen.
- Datenstand
- Fachkräftemonitoring 2025–2029 · Bevölkerungsvorausberechnung 2024–2070 · IAB-Projektion 2020–2060 · OECD bis 2060 · Integrationsdaten bis 2024 · Redaktionsstand des Berichts: 26. Juli 2026
- Letzte Aktualisierung
- 28. Juli 2026
Quellen
- 1
Zika et al.: Fachkräftemonitoring – Mittelfristprognose 2025 bis 2029
Bundesministerium für Arbeit und Soziales / QuBe-Projekt von BIBB, IAB und GWS · 2025
Insbesondere S. 11–12, 34–36, 40–43 und 52–54.
- 2
Fuchs, Söhnlein und Weber: Projektion des Erwerbspersonenpotenzials bis 2060, Tabelle T2
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) · 2021
- 3
Länderauswertung Deutschland: Alterung, Erwerbstätigkeit, Migration, Produktivität und Pro-Kopf-Wachstum bis 2060
OECD · 2025
Im Bericht zitiert als OECD 2025b, S. 3 bzw. Online-Ländernotiz.
- 4
16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Tabelle 12421-01 (Variante G2L2W2)
Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2025
Bedingte Modellrechnung, keine Vorhersage.
- 5
Bevölkerungsstruktur und Alterung in der EU
Eurostat · 2025
- 6
Migration, Gewaltkriminalität und Remigration, Kapitel 2 (Demografischer Wandel) und Kapitel 6 (Integration), Version 1.0
politfacts research · 2026
Grundlage dieser Wissensseite. Alle Angaben stammen ausschließlich aus diesem Bericht.
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